Hinweise zum Erstellen einer Seminararbeit

Die hier formulierten Hinweise sollen eine erste Orientierung für das Verfassen von Hausarbeiten liefern. Es werden einige Grundregeln des Erstellens kleinerer wissenschaftlicher Arbeiten dargestellt. Die Hinweise beschränken sich fast ausschließlich auf die formalen Aspekte einer Seminararbeit.

1. Der formale Aufbau der Arbeit

Eine Seminararbeit besteht nicht nur aus dem Textteil. Sie umfasst (in dieser Reihenfolge) das Titelblatt, das Inhaltsverzeichnis, den eigentlichen Text und das Literaturverzeichnis. Außerdem ist jeder Arbeit eine eidesstattliche Erklärung (s. 1.1) hinzuzufügen.

Seminararbeiten werden in getippter Form auf einseitig beschriebenen DIN-A4-Blättern vorgelegt. Die einzelnen Seiten müssen unlösbar miteinander verbunden sein, etwa durch Klebe- oder Spiralbindung oder mit Heftklammern („Tackern“).

Titelblatt und eidesstattliche Erklärung sind jeweils in zweifacher Ausfertigung vorzulegen, wobei ein Exemplar in die Arbeit einzubinden, das andere separat abzugeben ist.

1.1 Titelblatt

Für das Titelblatt und die eidesstattliche Erklärung müssen Vordrucke verwendet werden. Sie öffnen sich beim Klicken auf die folgenden Links:

Titelblatt

Eidesstattliche Erklärung

1.2 Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis enthält die Überschriften aller Haupt- und Unterabschnitte mit den entsprechenden Seitenzahlen (inklusive der Seitenzahl für das Literaturverzeichnis).

Zur Gliederung der Arbeit stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung. (In diesen Hinweisen wird beispielsweise eine reine Zahlen-Gliederung verwendet.) Wichtig ist die Einheitlichkeit der Gliederung, d.h. dass innerhalb einer Arbeit nur eines der möglichen Systeme verwendet wird.

1.3 Textteil

Siehe Abschnitt 2.

1.4 Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis wird die zur Erstellung der Arbeit verwendete Literatur in einem alphabetisch nach Autoren bzw. Herausgebern geordneten Verzeichnis zusammengestellt. Primär- und Sekundärliteratur sollten getrennt aufgeführt werden. Es gelten die Regeln des Erstzitats (s. 2.4.1), wobei jedoch naturgemäß die Angabe der zitierten Seite im Literaturverzeichnis entfällt.

2. Die formale Gestaltung des Textteils

2.1 Formatierungen

2.1.1 Schrift

Schriftgröße für den Text: 12 Punkt. Für Blockzitate (s. 2.2) kann, für Anmerkungen (s. 2.3) sollte eine kleinere Schriftart, meist 10 Punkt, gewählt werden.

2.1.2 Ränder

Links ca. 2 cm, rechts ca. 4 cm, oben ca. 2,5 cm, unten ca. 2,5 cm.

2.1.3 Zeilenabstand

Texte sollten mit anderthalbfachem Zeilenabstand, Blockzitate (s. 2.2) und Anmerkungen (s. 2.3) einzeilig geschrieben werden.

2.1.4 Seitennummerierung

Die Seitenzahl wird gewöhnlich oben oder unten in der Mitte oder rechts angegeben. Die Nummerierung und Zählung beginnt mit dem Inhaltsverzeichnis.

2.2 Zitate

Kürzere Zitate werden zwischen Anführungszeichen im fortlaufenden Text wiedergegeben. Längere Zitate (ab ca. drei Zeilen) werden als Blockzitat aus dem Textfluss herausgehoben, ca. 0,75 cm eingerückt und einzeilig geschrieben. Bei Blockzitaten entfallen die Anführungszeichen.

Eingriffe in den zitierten Text (Auslassungen [...], Einfügungen [eingefügtes Wort], Hervorhebungen [Hervorhebung von mir, X.Y.]) müssen durch eckige Klammern markiert werden. Hervorhebungen im Original müssen ebenfalls als solche kenntlich gemacht werden ([Hervorhebung im Text]).

Der Text, aus dem zitiert wird, und die betreffende Seite müssen in einer Anmerkung angegeben werden (s. 2.3 und 2.4).

Titel von Büchern, Aufsätzen usw. im Text sollten durch Anführungszeichen oder Kursivschrift hervorgehoben werden.

2.3 Anmerkungen

Anmerkungen stehen in der Regel als Fußnoten vom Text abgetrennt am jeweiligen Seitenende. Sie können auch am Ende der Arbeit aufgelistet werden. In beiden Fällen werden sie durchgehend nummeriert.

Die Anmerkungsziffer im Text steht am Satzende hinter dem Interpunktionszeichen (und ggfs. dem geschlossenen Anführungszeichen), wenn die Anmerkung sich auf den ganzen Satz bezieht; bezieht sie sich auf Satzteile, wie z. B. bei kurzen Zitaten, steht die Ziffer unmittelbar nach dem entsprechenden Satzteil (und ggfs. dem geschlossenen Anführungszeichen).

Anmerkungen haben Satzcharakter, d.h. sie beginnen mit Großschreibung und enden mit einem Punkt.

Anmerkungen müssen bzw. können in folgenden Fällen gemacht werden:

- Nach jedem Zitat muss in einer Anmerkung die Quelle des Zitats angegeben werden (s. 2.4).

- Übernahmen aus der Sekundärliteratur, auch wenn diese nicht wörtlich zitiert wird, müssen in einer Anmerkung mit Quellenangabe nachgewiesen werden. Der Angabe (s. 2.4) geht dann die Abkürzung „Vgl.“ für „Vergleiche“ voraus.

- Wenn auf eine Stelle in einem Primärtext verwiesen wird, ohne dass diese zitiert wird, muss die Quelle angegeben werden, sofern es sich nicht um allgemeine, für jeden, der den Text gelesen hat, mehr oder weniger selbstverständliche Aspekte des Textes handelt. Das kann im konkreten Fall durchaus Ermessenssache sein und ist dann auch nach Maßgabe der Bedeutung der betreffenden Stelle für die eigene Argumentation zu entscheiden. Der Angabe (s. 2.4) geht die Abkürzung „Vgl.“ für „Vergleiche“ voraus.

- Unabhängig von solchen Quellennachweisen können Anmerkungen für zusätzliche, für Thema und Argumentation der Arbeit weniger wichtige Erläuterungen genutzt werden. Solche Anmerkungen sollte man jedoch nur sparsam verwenden, um nicht unnötig vom eigentlichen Text abzulenken.

2.4 Literaturangaben in Anmerkungen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung von Literaturangaben in Anmerkungen. Wichtig ist, dass die Angaben einheitlich und transparent sind. Man unterscheidet dabei zwischen der (ausführlichen) ersten Nennung eines Textes (s. 2.4.1) und den (abgekürzten) Angaben bei wiederholter Anführung desselben Textes (s. 2.4.2).

Ein mögliches System wird im Folgenden dargestellt. Es ist sowohl bei deutschsprachigen als auch bei nicht-deutschsprachigen Publikationen anzuwenden. In den jeweiligen schematischen Darstellungen sind die Interpunktionszeichen und die Leerzeichen Bestandteile des Schemas.

2.4.1 Erstzitat

2.4.1.1. Selbstständig erschienene Veröffentlichungen

Selbstständig erschienene Veröffentlichungen sind solche, die in eigenständiger Form als Buch verlegt worden sind (also z.B. Monografien, Sammelbände, Lexika, Editionen usw.).

Standardfall:

Name, Vorname: Titel. Untertitel. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr, Seite.

Beispiel:

Auerbach, Erich: Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur. 9. Aufl. Tübingen, Basel 1994, S. 16.

Sind mehrere Verfasser (oder – in den weiter unten genannten Fällen – Herausgeber) genannt, so werden bis zu drei (abgetrennt durch Schrägstriche oder Semikola) angegeben; ansonsten gibt man den Namen des Erstgenannten an und fügt „u.a.“ hinzu.

Angaben zum Band erfolgen nur bei mehrbändigen Werken. Haben die einzelnen Bände eigene Bandtitel, werden diese abgetrennt durch einen Doppelpunkt hinter der Nummer des betreffenden Bandes angegeben.

Angaben zur Auflage erfolgen ab der zweiten Auflage.

Sind mehrere Erscheinungsorte genannt, so werden bis zu drei (abgetrennt durch Kommata) angegeben; ansonsten gibt man den Namen des Erstgenannten an und fügt „u.a.“ hinzu.

Zusätzlich zum Erscheinungsort kann auch der Verlag angegeben werden. In diesem Fall wird der Name des Verlags hinter den Erscheinungsort eingefügt und durch einen Doppelpunkt von diesem getrennt.

Für den Standardfall ergibt sich somit das Schema:

Name, Vorname: Titel. Untertitel. Bd.: ggfs. Bandtitel. Aufl. Erscheinungsort: Verlag Jahr, Seite.

Editionen:

Name, Vorname: Titel. Untertitel. Hg. von Vorname Name. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr, Seite.

Beispiel:

Kleist, Heinrich von: Sämtliche Werke und Briefe in vier Bänden. Hg. von Ilse-Marie Barth u.a. Bd. 1: Dramen 1802-1807. Frankfurt am Main 1991, S. 231.

Übersetzungen:

Name, Vorname: Titel. Untertitel. Übers. von Vorname Name. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr, Seite.

Beispiel:

Dostojewskij, Fjodor: Verbrechen und Strafe. Übers. von Swetlana Geier. Zürich 1994, S. 120.

Sammelbände, Lexika, Nachschlagewerke:

Name, Vorname (Hg.): Titel. Untertitel. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr, Seite.

Bei mehr als einem Herausgeber steht statt „Hg.“ „Hgg.“.

Beispiel:

Bradbury, Malcolm; McFarlane, James (Hgg.): Modernism. 1890-1930. 3. Aufl. Sussex 1978, S. 33.

2.4.1.2. Unselbstständig erschienene Veröffentlichungen

Unselbstständig erschienene Veröffentlichungen sind solche, die im Rahmen eines größeren Sammelwerkes publiziert worden sind (z.B. als Artikel in einem Lexikon, als Aufsatz in einer Zeitschrift oder in einem Sammelband usw.).

Zeitschriftenartikel:

Name, Vorname: Titel des Artikels. In: Titel der Zeitschrift Bandnummer (Jahr). Erste Seite-letzte Seite, hier Seite.

Beispiel:

Margolin, Uri: Structuralist approaches to character in narrative. The state of the art. In: Semiotica 75 (1989). S. 1-24, hier S. 3.

Artikel aus einem Sammelband, Lexikon, Nachschlagewerk:

Name, Vorname: Titel des Artikels. In: Name, Vorname (Hg.): Titel. Untertitel. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr. Erste Seite-letzte Seite, hier Seite.

Beispiel:

Pfister, Manfred: Intertextualität. In: Borchmeyer, Dieter; Žmegač, Viktor (Hgg.): Moderne Literatur in Grundbegriffen. 2., neu bearbeitete Aufl. Tübingen 1994. S. 215-218, hier S. 215.

Falls der Autor des Artikels auch der Herausgeber des Buches ist, steht statt des Namens des Herausgebers „Ders.“ für „Derselbe“ bzw. „Dies.“ für „Dieselbe“.

 

Beispiel:

Fuhrmann, Manfred: Mythos als Wiederholung in der griechischen Tragödie und im Drama des 20. Jahrhunderts. In: Ders. (Hg.): Terror und Spiel. Probleme der Mythenrezeption. München 1971. S. 121-143, hier S. 123.

Unselbstständige Veröffentlichung innerhalb einer Edition:

Eine Kombination der Schemata zu Editionen und zu Artikeln aus Sammelbänden, Lexika und Nachschlagewerken ergibt sich, wenn ein Text innerhalb einer Edition erschienen ist, jedoch nur einen Abschnitt eines Bandes dieser Edition darstellt:

Name, Vorname: Titel. Untertitel. In: Ders.: Titel. Untertitel. Hg. von Vorname Name. Bd. Aufl. Erscheinungsort Jahr. Erste Seite-letzte Seite, hier Seite.

Beispiel:

Szondi, Peter: Poetry of Constancy – Poetik der Beständigkeit. Celans Übertragung von Shakespeares Sonett 105. In: Ders.: Schriften. Hg. von Jean Bollack. Bd. 2: Essays. Satz und Gegensatz, Lektüren und Lektionen, Celan-Studien. Frankfurt am Main 1978. S. 321-344, hier S. 322.

2.4.1.3 Internet:

Name, Vorname: Titel der Arbeit. Jahr. http-Adresse (Datum der letzten Sichtung).

 

Beispiel:

Gottschalk, Jürn: Eigennamen und Lyrik. Studien zur Verwendung von Eigennamen in Gedichten. 2008. http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2009/gottschalk/gottschalk.pdf (19.10.2010).

Name, Vorname: Titel des Artikels. In: Titel des Werkes. Jahr. http-Adresse (Datum der letzten Sichtung).

 

Beispiel:

Assel, Jutta; Jäger, Georg: Faust-Illustrationen. Eugène Delacroix. In: Porträts und Illustrationen der Werke von Johann Wolfgang von Goethe. 2005. http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=1666 (19.10.2010).

2.4.2 Wiederholtes Zitat

Familienname, abgekürzter Titel, Seite.

Falls in den Anmerkungen zwei oder mehr Male nacheinander auf den gleichen Text verwiesen wird, steht ab dem zweiten Mal die Abkürzung „Ebd.“ für „Ebenda“ und die betreffende Seitenzahl: Ebd., Seite. Dies gilt bei mehreren aufeinanderfolgenden Anmerkungen ebenso wie innerhalb einer Anmerkung. Ist auch die Seitenzahl mit der der vorausgehenden Angabe identisch, steht nur „Ebd.“.

3. Einige inhaltliche Aspekte

Es ist schwer, wenn nicht fast unmöglich, Allgemeines über den Inhalt von Hausarbeiten zu formulieren, da das inhaltliche Vorgehen zum überwiegenden Teil vom Thema der Arbeit und der jeweiligen Fragestellung bestimmt wird. Deshalb hier nur einige sehr knappe Hinweise zur inhaltlichen Gestaltung von Anfang und Ende der Arbeit:

Zu Beginn sollte eine Einleitung stehen, die dem Leser Auskunft geben soll, um was es in der Arbeit überhaupt geht und wie in ihr vorgegangen wird. Dabei sollten die folgenden Punkte berührt werden: Einführung in das Thema, kurze Darlegung der Fragestellung und des Ziels der Untersuchung, kurze Erläuterung der Vorgehensweise und Methode und gegebenenfalls der Gliederung.

Eine Schlussbemerkung, in der die Ergebnisse kurz zusammengefasst werden, sollte die Arbeit abrunden.

4. Literaturhinweise

Ausführlichere Hinweise und weitere Ratschläge für die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit finden sich in:

Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. 13., unveränderte Aufl. Wien 2010.

Delabar, Walter: Literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken. Eine Einführung. Darmstadt 2009.   Jeßing, Benedikt: Arbeitstechniken des literaturwissenschaftlichen Studiums. Stuttgart 2001.  

Moennighoff, Burkhard; Meyer-Krentler, Eckardt: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 14., aktualisierte Aufl. Paderborn 2010.

5. Computerraum

Die Studierenden der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft können den Computerraum des CIP-Pool der Fachbereiche 05 und 07 nutzen (Philosophicum Untergeschoss U1-924). Die Organisation der Nutzung wird von den Beauftragten des CIP-Pool für den Fachbereich 05 Herrn Dr. Hummel (P Zi 02-506, ) und Herrn Schwartz ( ) koordiniert. Außerdem kann auch Raum P 206 zur Internetrecherche genutzt werden. Weitere Informationen unter  http://www.germanistik.uni-mainz.de/203.php.