Dr. Thomas Hettche (Schriftsteller, Berlin)

Literatur im Netz: Mediale Reflexe am eigenen Beispiel

Dienstag, 6. November 2007, 12.15 Uhr, Hörsaal P 2 (Philosophicum)

„Man kann nicht mehr schreiben, ohne darüber nachzudenken, in welchem medialen Kontext man sich bewegt.“ So äußerte sich Thomas Hettche schon im November 2000 in einem Interview zur Situation der Literatur im Medienzeitalter. Der in Berlin lebende Schriftsteller hat sich in seinen Texten immer wieder und in vielfältiger Weise mit den künstlerischen Möglichkeiten der neuer Medien und mit ihrer Präsenz in Gesellschaft, Kunst und Kultur auseinandergesetzt. Zum Jahreswechsel 2000 brachte er gemeinsam mit Jana Hensel die Internet-Anthologie NULL heraus, sein Essayband Animationen, in dem er einen Bogen von den klassischen Künsten zur Welt der modernen Medien schlägt, erschien nicht nur in Printform, sondern auch als Onlineversion. Auch in seinem neuesten Essayband Fahrtenbuch sowie in seinem 2006 erschienenen Roman Woraus wir gemacht sind spielt das Internet eine Rolle. Thomas Hettche wird ausgewählte Passagen aus seinem Werk lesen und so seinen Blick auf das Verhältnis von Literatur und Neuen Medien vorstellen.

Thomas Hettche, geboren 1964, studierte in Frankfurt a.M. Philosophie und Germanistik. Nach längeren Aufenthalten u.a. in Krakau, Venedig, Rom und Los Angeles lebt er mit seiner Familie in Berlin. Sein Werk wurde mit zahlreichen literarischen Preisen wie dem Robert Walser Preis 1990, dem Rom-Preis der Villa Massimo 1996, u.a. ausgezeichnet.
1989 erschien sein erster Roman
Ludwig muß sterben, darauf folgten Nox und Inkubation sowie die Essaybände Animationen und I Modi. Stellungen. Vom Anfang und Ende der Pornographie. Der Kriminalroman Der Fall Arbogast (2001) wurde mittlerweile in zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen sind der Amerika-Roman Woraus wir gemacht sind (2006) und der Essayband Fahrtenbuch 1993-2007 (2007).