Dr. Laura Olivi

Theater- und Hörbuchdramaturgin, Bayerisches Staatsschauspiel Residenz-Theater München

Literatur dramaturgisch: Theater und Hörbuch

Dienstag, 27. November 2007, 12.15 Uhr, Hörsaal P 2 (Philosophicum)

Das Theater ist einer der bedeutendsten Vermittler von Literatur in der Gesellschaft. Die Theater halten zum einen die Klassiker der internationalen Weltliteratur lebendig, sie präsentieren zum anderen neue, dem Publikum noch unbekannte Stücke und Autoren. Durch die Auswahl der Spielpläne hat das Theater einen beträchtlichen Anteil daran, welche Texte der Weltliteratur in der Gesellschaft präsent und somit im Kanon verankert bleiben und auch daran, welche zeitgenössische deutsche und ausländische Autoren in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Neben Theater-Aufführungen organisieren Theater insbesondere auch Lese-Abende. Aus diesen Schauspieler-Lesungen entstehen nicht selten Hörbücher. Das Hörbuch stellt nun wieder eine besondere Art der medialen Literaturvermittlung dar. Es hat in den letzten zehn Jahren einen bis heute ungebremsten Boom erlebt. Laura Olivi, Dramaturgin am Residenz-Theater in München und Regisseurin mehrerer Hörbücher wird über die vielfältige Arbeit einer Theaterdramaturgin berichten – z. B. über die Spielplangestaltung, über die konkrete Umsetzung von Texten auf dem Theater oder über die Erarbeitung von Strich-Fassungen für Lesungen und Hörbücher.


Dr. Laura Olivi, geboren in Reggio Emilia, Italien. Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft in Bologna. Sie promovierte in Germanistik. Von 1984 – 1986 absolvierte sie ein Zusatzstudium an der Humboldt-Universität in Berlin und hospitierte gleichzeitig am Deutschen Theater und am Berliner Ensemble. Von 1987 – 2001 war sie als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen engagiert und folgte Dieter Dorn im Jahr 2001 an das Residenz-Theater. Sie arbeitet u. a. mit Dieter Dorn, Robert Wilson, Franz Xaver Kroetz, Herbert Achternbusch, Christian Stückl, Tina Lanik und Barbara Frey, mit der sie zuletzt Heiner Müllers Quartett (mit Barbara Sukowa und Jeroen Willems) bei den Salzburger Festspielen 2007 auf die Bühne gebracht hat. Beim Hörverlag sind u.a. Homers Odyssee (gelesen von Thomas Holtzmann) und Ilias, Vergils Aeneis und Ovids Metamorphosen (gelesen von Rolf Boysen), Goethes Die Leiden des jungen Werther (gelesen von Michael Maertens) in ihrer Fassung erschienen, für die sie auch als Regisseurin verantwortlich zeichnet. Seit 2002 arbeitet sie zudem als Dozentin für Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“.