Proseminare und Seminare

Hinweis: Die Zugehörigkeit der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Modulen des B.A.-Studiengangs Komparatistik/Europäische Literatur, des M.A.-Studiengangs Komparatistik und des M.A.-Studiengangs Weltliteratur ist durch Kurztitel der Module nach den Lehrveranstaltungstitel angegeben.

 

PROSEMINARE

 

PrS Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (BA Modul Einführung)

C. Mannweiler

2-std., Mi, 16 – 18 Uhr, P 101

Beginn: 18. April 2018

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft bildet die theoretische und methodologische Grundlage für das Studium der europäischen Literatur. Das Seminar bietet eine Einführung in die für dieses Studium grundlegenden Fragestellungen und Themengebiete. Hierzu gehören u.a. Grundlagen der Textanalyse und des Vergleichs, die Unterscheidung literarischer Gattungen, die Erforschung der Beziehungen zwischen Texten (Intertextualität) sowie Übersetzungsvergleich und Übersetzungstheorie. In diesen Untersuchungsgebieten werden anhand der Lektüre und Untersuchung ausgewählter Textbeispiele aus der europäischen Literatur Grundkenntnisse vermittelt, die im Laufe des Studiums vertieft werden.

 

PrS Einführung in literaturwissenschaftliches Arbeiten (BA Modul Einführung)

M. Slavtscheva

2-std., Di, 10 – 12 Uhr, GFG 02-731

Beginn: 17. April 2018

J. Heß

2-std., Di, 16 – 18 Uhr, BKM 003 SR 07

Beginn: 17. April 2018

Im Seminar werden grundlegende Kenntnisse zum „Handwerkszeug“ der Literaturwissenschaft vermittelt. Hierzu gehören: Aufbau und Funktion unterschiedlicher Editionen von literarischen Texten, Umgang mit Nachschlagewerken und Handbüchern, Auffinden (Bibliographieren) und Verwenden (Zitieren) von wissenschaftlicher Literatur zu einem Thema, Einführung in wissenschaftliche und literarische Zeitschriften, Einführung in die schriftliche (Hausarbeit) und mündliche (Referat) Präsentation der Ergebnisse literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Die gesamten Themenbereiche werden am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet und konkretisiert.

 

PrS Grundbegriffe der Textanalyse (BA Modul Grundbegriffe)

N. Blum-Barth

2-std., Do, 10 – 12 Uhr, SB II 04-432

Beginn: 19. April 2018

J. Heß

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, BKM 003 SR07

Beginn: 19. April 2018

Die Grundlage jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur ist die Analyse literarischer Texte. Unterschiedliche Gattungen erfordern dabei spezifische, auf die jeweilige Textsorte abgestimmte Instrumentarien. In der Literaturwissenschaft wurden für die drei Großgattungen Lyrik, Drama, Erzählen jeweils eigene Analyse- und Beschreibungskategorien entwickelt. Im Seminar wird ein Überblick über die unterschiedlichen Beschreibungskategorien für die Analyse von lyrischen, dramatischen und erzählenden Texten in vergleichender Perspektive am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet.

 

PrS Literaturwissenschaftliche Modelle und Methoden (BA Modul Grundbegriffe)

S. Seiler

2-std., Mi, 14 – 16 Uhr, SB II 03-153

Beginn: 18. April 2018

C. Mannweiler

2-std., Fr, 10 – 12 Uhr, SB II 04-432

Beginn: 20. April 2018

Literarische Texte können nach verschiedenen theoretischen Vorgaben und Methoden interpretiert und eingeordnet werden. Diese literaturwissenschaftlichen Methoden und ihr theoretischer Hintergrund (bspw. Hermeneutik, Rezeptionsästhetik, Formalismus, Psychoanalyse, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Marxismus, Gender Studies, usw.) sollen im Seminar eingehend behandelt, erprobt und diskutiert werden. Dies geschieht anhand ausgewählter literarischer Beispieltexte, die von verschiedenen Theoretikern mit unterschiedlichen Methoden untersucht und interpretiert wurden. Ziel des Seminars ist eine gute Kenntnis der verschiedenen Untersuchungsmodelle sowie die Fähigkeit, ihre Anwendbarkeit kritisch einschätzen zu können.

 

PrS Gattungstheorie (BA Modul Literaturtheorie)

C.Berg

2-std., Mi, 8 – 10 Uhr, P 6

Beginn: 18. April 2018

F. Zipfel

2-std., Di, 12 – 14 Uhr, Forum HS 10

Beginn: 17. April 2018

C. Mannweiler

2-std., Fr, 12 – 14 Uhr, P 109a

Beginn: 20. April 2018

Die Einteilung in Gattungen ist beim Umgang mit literarischen Texten omnipräsent und unverzichtbar. Gattungseinteilungen werden dabei auf verschiedenen Abstraktionsebenen und nach unterschiedlichen Kriterien vorgenommen. Gattungen werden gesehen als allgemeine Wesensbestimmungen von Dichtung (Epik, Lyrik, Drama), als transmediale Strukturen oder Verfahren (das Komische, die Parodie), als mehr oder weniger eng bestimmte Textgruppen nach formalen (Briefroman, Sonett), inhaltlichen (Bildungsroman, Dokumentardrama) oder funktionalen (Unterhaltungsliteratur, didaktische Literatur) Kriterien, als historisch begrenzte Textsorten (antike Tragödie, bürgerliches Trauerspiel). Versuche der theoretischen Erläuterung solcher Gattungseinteilungen zeigen, dass sich hinter dem Begriff der literarischen Gattung ein komplexes Feld (grundlegender) literaturwissenschaftlicher Fragestellungen verbirgt. Im Seminar werden die verschiedenen Konzepte von literarischer Gattung durch Lektüre und Diskussion einschlägiger theoretischer Texte nachvollzogen. Dabei geht es sowohl um den literaturtheoretischen Hintergrund von Gattungseinteilungen, wie auch um den praktischen Umgang mit Gattungsbegriffen bei der Analyse und Interpretation literarischer Texte.

Zur vorbereitenden Lektüre hilfreich: Rüdiger Zymner: Gattungstheorie. Paderborn 2003.

 

PrS Lektürekurs - Europäische Klassiker (BA Modul Internationalität)

M. Kopf

2-std., Mi, 16 – 18 Uhr, BKM 00 025 SR 03

Beginn: 18. April 2018

Zum Studium der Komparatistik gehört eine möglichst breite Kenntnis der europäischen Weltliteratur, insbesondere ihrer kanonischen Texte. Ziel des Lektürekurses ist es, solche Klassiker der europäischen Weltliteratur intensiv zu lesen und sie insbesondere im Hinblick auf ihre intertextuellen Bezüge und Wirkungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen einige ausgewählte Werke sämtlicher Gattungen und Epochen, die der Mainzer Leseliste für Komparatisten und Komparatistinnen entnommen wurden (vgl. Dieter Lamping; Frank Zipfel: Was sollen Komparatisten lesen?).

Folgende Texte werden behandelt: Dante: Die göttliche Komödie; Cervantes: Don Quijote; Laclos: Liaisons dangereuses; Pessoa: Buch der Unruhe; Virginia Woolf: Mrs. Dalloway; Johnson: Jahrestage; Enzensberger: Museum der modernen Poesie

 

 

SEMINARE

S Fiktionstheorie (BA Modul Literaturtheorie)

F. Zipfel

2-std., Di, 16– 18 Uhr, P 205

Beginn: 17. April 2018

M. Slavtscheva

2-std., Mi, 14 – 16 Uhr, BKM 00 014 SR 01

Beginn: 18. April 2018

Fiktion ist ein zentraler Terminus der internationalen Literaturtheorie. Grundsätzlich wird mit Fiktion die Tatsache bezeichnet, dass literarische (Erzähl-)Texte zumeist von erfundenen, nicht-wirklichen Figuren, Gegenständen und Ereignissen handeln. Darauf aufbauend kann Fiktion je nach Theoriekonzept als spezifische Besonderheit der Produktion, Rezeption, Sprachverwendung oder Erzählweise literarischer Texte erläutert werden. Im Seminar werden anhand der Lektüre repräsentativer Textbeispiele unterschiedliche Ansätze einer Theorie der Fiktion vorgestellt, analysiert und diskutiert sowie ihre vielfältigen Berührungspunkte mit anderen grundlegenden Themenfeldern theoretischer und praktischer Literaturwissenschaft, wie allgemeine Literaturtheorie, Erzähltheorie, Gattungstheorie, Textanalyse und -interpretation untersucht.

Empfohlene Literatur:Für erste Einblicke in die Problematik empfohlene Lektüre: Rühling, Lutz: Fiktionalität und Poetizität. In: Arnold, Heinz Ludwig/Detering, Heinrich (Hgg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft. München 1996. S. 25-51; Gabriel, Gottfried: Fiktion. In: Weimar, Klaus u.a. (Hgg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Bd. 1: A – G. Berlin/New York 1997. S. 594-598.

 

S Briefwechsel als "Dichterdialog" (BA Modul Internationalität)

N. Blum-Barth

2-std., Mo, 10 – 12 Uhr, SB II 03-153

Beginn: 16. April 2018

Zunächst wird die Bedeutung und Funktion des Briefes als Teil des literarischen Oeuvres und als kulturhistorisches Dokument herausgearbeitet. An ausgewählten Briefen von Goethe, Madam de Stael, Dostojewski (u.a.) an verschiedene Dichter wird dann die gelehrte und poetischen Briefkultur des 18. und 19. Jahrhunderts vorgestellt. Der freundschaftliche Austausch der Autoren über ihr Werk, die (Selbst)Kommentierung der Texte, die praktische Unterstützung und gegenseitige Beeinflussung werden anhand der Korrespondenzen Vladimir Nabokov – Edmund Wilson, Franz Kafka – Milena Jesenska, Paul Celan - Ingeborg Bachmann (u.a.) thematisiert. Briefe von Bettina von Arnim an Goethe und von Josef Brodsky an Ovid sollen das "monologische Konstrukt eines Ichs" (Karl Heinz Bohrer) veranschaulichen und beweisen, dass der Brief viel mehr als nur Beiwerk eines Autors ist.

Empfohlene Literatur: Klaus Beyrer und Hans-Christian Täubrich (Hrsg.): Der Brief. Eine Kulturgeschichte der schriftlichen Kommunikation. Zur Ausstellung in den Museen für Post und Kommunikation Frankfurt am Main (1996–1997) und Nürnberg (1997). Edition Braus, Heidelberg 1996. Rüdiger Görner (Hrsg.): Demnächst mehr. Das Buch der Briefe. Deutschsprachige Briefe aus vier Jahrhunderten. University Press, Berlin 2008. Katharina Maier (Hrsg.): Große Briefe der Freundschaft – „Unsere Seelen sind ja auf dem Du-Fuß; Tausend Aller-Allerbestes Du!“ Marix, Wiesbaden 2011.

 

S Paris als „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“ (BA Modul Internationalität)

C. Mannweiler

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, SB II 02-132

Beginn: 19. April 2018

Ausgehend von Walter Benjamins Passagen-Werk will das Seminar beleuchten, welche Zusammenhänge zwischen sozialen, politischen und technisch-architektonischen Transformationen und literarisierten Wahrnehmungen der Stadt Paris bestehen. Konzentrieren wollen wir uns dabei auf die an Transformationen reiche Zeit des 19. Jahrhunderts. Neben Walter Benjamin sollen u.a. Texte von Baudelaire, Balzac, Victor Hugo, Heinrich Heine und Fanny Lewald zur Sprache kommen.

Empfohlene Literatur: Walter Benjamin: Das Passagen-Werk. In: Gesammelte Schriften. Bd. 5, hg. v. Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser, unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem. Frankfurt am Main 1982. Karlheinz Stierle: Der Mythos von Paris. Zeichen und Bewußtsein der Stadt. München, Wien 1993.

 

S Der Dandy (BA Modul Vergleichende Europäische Literaturgeschichte)

M. Slavtscheva

2-std., Mo, 18 – 20 Uhr, P 108

Beginn: 16. April  2018

Ausgehend von Charles Baudelaires „Le Peintre de la vie moderne“ und „Mon cœur mis à nu“, in denen der Begründer der modernen französischen Lyrik die vom Dandy ausgehende Faszination pointiert diskutiert, widmet sich das Seminar zum einen dem schreibenden Dandy, d.h. Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts, die sich bewusst als Dandys stilisiert haben, zum anderen literarischen Figuren, die bestimmte Eigenschaften des Dandys geradezu beispielhaft verkörpern.

Zur Vorbereitung: Es wird empfohlen „Eugen Onegin“ (Alexander S. Puschkin), „The Picture of Dorian Gray“ (Oscar Wilde) und „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (Thomas Mann) bereits in der vorlesungsfreien Zeit zu lesen. Für erste Einblicke in die Problematik: Hettlage, Robert: Der Dandy und seine Verwandten. Elegante Flaneure, vergnügte Provokateure, traurige Zeitdiagnostiker. Wiesbaden 2014.

 

S 1968 in Deutschland, Frankreich und den USA (BA Modul Vergleichende Europäische Literaturgeschichte)

M. Kopf

2-std., Di, 16 – 18 Uhr, BKM 00 016 SR 02

Beginn: 17. April 2018

1968 ist zur Chiffre für Protest und Revolution geworden. Das Jahr, das einen Höhepunkt der weltweiten Protestbewegungen darstellt, gilt mittlerweile als globales Ereignis. Während man in der Bundesrepublik gegen das Schah-Regime, die Ausbeutung der Dritten Welt, die Fragwürdigkeit der Konsumgesellschaft oder auch die Bildungskatastrophe demonstrierte und sich für eine Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit einsetzte, protestierten in den USA Massen gegen den Vietnamkrieg und „white supremacy“. In Frankreich besetzten Studierende die Sorbonne und verbarrikadierten die Straßen während des berühmt gewordenen Mai von 1968. Selbstverständlich war 1968 auch ein Jahr, in dem Literatur, Musik und Film blühten. Das Seminar möchte die Zusammenhänge zwischen Literatur bzw. Kunst und Politik aufspüren und vergleichend Deutschland, Frankreich und die USA um 1968 in den Blick nehmen.

 

S Seminar zu historischen und theoretischen Aspekten der Literaturvermittlung (BA Modul Literaturvermittlung)

S. Seiler

2-std., Di, 14 – 16 Uhr, BKM 00 003 SR 07

Beginn: 17. April 2018

Das Seminar führt in die Theorie, Geschichte und Gegenwart der Literaturkritik ein und bereitet auf das praktische Seminar im Sommersemester vor. Dabei sollen einerseits zentrale Begriffe wie 'Kritik' oder 'Rezension' geklärt sowie auf die spezielle Rolle des literaturkritischen Essays eingegangen werden. Andererseits soll eine breite Auswahl an literaturkritischen Texten gelesen und analysiert werden, vom 18. Jahrhundert bis hin zu Sonderfällen wie etwa User-Rezensionen aus dem Internet.Im Seminar sollen nun verschiedene Aspekte deutsch-amerikanischer Literaturbeziehungen diskutiert werden, neben der Ebene der Texte sollen auch Fragen der Produktion und Rezeption, der Übersetzung und der Literaturvermittlung gestellt werden. Auch die Ausprägungen auf andere Formen kultureller Artikulation, die von deutscher Seite appropiiert wurden, werden thematisiert, etwa das Kino oder die Popmusik. Hierbei wird der Schwerpunkt zwar auf der der historischen Entwicklung liegen, aber doch stets mit einem Blick auf die gegenwärtige Situation.

 

S Sprachgrenzen zum Trotz – Praxis des literarischen Übersetzens (BA Modul Literaturvermittlung)

M. Slavtscheva

4-std., Blockseminar, P 6

Termine: Sa, 23.06., Mo – Fr, 09. – 13.07.2018,  jeweils 10 – 14 Uhr 

Die literarische Übersetzung gehört zu jenen Gegenständen der Komparatistik, die sich durch einen besonders spannenden Praxisbezug auszeichnen und eine Reihe von interessanten Einstiegsmöglichkeiten und Karrierewegen bereithalten. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die Studierenden mit einigen der zentralen Herausforderungen vertraut zu machen, mit denen Übersetzer im Laufe des Prozesses konfrontiert werden (können), bei dem ein Werk von einer Sprache in eine andere übertragen und schließlich einem breiten Leserkreis präsentiert wird. Dementsprechend wird die Gruppe, nach einer Einführung in die aktuellen Eigenarten des europäischen Literaturübersetzungsbetriebs, gemeinsam einen längeren Text aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, diesen lektorieren und dann für eine Publikmachung (Veröffentlichung/Aufführung) vorbereiten.

Das Blockseminar ist Teil des vom GLK geförderten innovativen Lehrprojekts "Interdisziplinäre Werkstatt für literarische Übersetzung – Berufsorientiertes Lehrprojekt für Literaturwissenschaftler/innen". 
Als Gastlektor konnte der im Jahre 2017 mit dem Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW ausgezeichnete Literaturübersetzer Dr. Frank Heibert gewonnen werden.

 

S Autobiografie (MA Modul Intertextualität, MA Modul Vertiefung)

S. Seiler

2-std., Do, 14 – 16 Uhr, SB II 03-436

Beginn: 19. April 2018

Im Seminar sollen zeitgenössische autobiographische und autofiktionale Texte gelesen werden, die auf verschiedene Weise mit dem Genre spielen bzw. es hinterfragen. Hierbei werden auch intermediale Aspekte eine tragende Rolle spielen, da die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Autobiographie‘ nicht auf literarische Werke beschränkt bleiben soll, sondern auch Beispiele aus Musik und Film zum Vergleich herangezogen werden. Unter den behandelten Autoren befinden sich unter anderem Karl Ove Knausgård (Min Kamp), Tomas Espedal (Wider die Kunst/Wider die Natur), Wolfgang Welt (Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe), Paul Auster (Winter Journal / Report From The Interior), aber auch ein autofiktionaler Text wie Thomas Glavinics Das bin doch ich. Dazu werden die an intuitive Erzählungen angelegten Songtexte Mark Kozeleks (die Sun Kil Moon Alben Benji und Common As Light And Love Are Red Valleys Of Blood) ebenso eine Rolle spielen wie der Versuch des autobiografischen Dokumentarfilms.

Aufgrund seines Umfangs soll Karl Ove Knausgårds Roman Spielen (Min Kamp: 3) bereits zu Semesterbeginn gelesen sein.

 

S Literatur und Malerei (MA Modul Intermedialität, MA Modul Vertiefung)

D. Lamping

2-std., Mi, 10 – 12 Uhr, P 201

Beginn: 18. April 2018

Das Seminar soll den vielfältigen Beziehungen zwischen Literatur und Malerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachgehen. Im Mittelpunkt stehen auf der einen Seite Werke von Oscar Wilde, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Franz Kafka und William Carlos Williams, in denen Gemälde oder Maler dargestellt oder bildende Kunst reflektiert wird, auf der anderen Seite Dichter-Porträts und Illustrationen von Malern wie Max Liebermann, Paula Modersohn-Becker und Max Slevogt.

 

S Neuere Konzept der Weltliteratur (MA Modul Theorie der Literatur, MA Modul Vertiefung)

F. Zipfel

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, SB II 03-134

Beginn: 19. April 2018

Weltliteratur ist nicht nur einer der Grundbegriffe der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, sondern auch eines der meist diskutierten Konzepte der zeitgenössischen Komparatistik. Das Zeitalter der Globalisierung hat das Interesse an diesem Konzept und die kritische Reflexion darüber stark befördert, gleichzeitig jedoch zur einer Pluralisierung der Bedeutungen geführt, welche kontroverse Diskussionen ausgelöst hat. So gibt es inzwischen sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was unter der Bezeichnung Weltliteratur verstanden werden soll oder kann – und diese Auffassungen haben reale Auswirkungen auf die Frage, wie wir Literatur als Kunstform und Komparatistik als international orientierte Literaturwissenschaft begreifen. Die Aktualität des Begriffs liegt wohl gerade darin, dass die verschiedenen Konzeptualisierung von Weltliteratur dazu dienen, auf internationaler Ebene darüber zu diskutieren, welcher Gegenstand und welche Methodik einer heutigen Komparatistik angemessen ist. Im Seminar soll durch analytische Lektüre von Texten, in denen verschiedene Konzeptionen von Weltliteratur vertreten werden, die jeweiligen Konzepte und ihre (oft impliziten) Voraussetzungen herausgearbeitet und miteinander verglichen werden. Die Liste der zu behandelnden Texte wird in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmer/innen festgelegt.

Zur Vorbereitung: David Damrosch (Hg.) World Literature in Theory. Chichester 2014 – Dieter Lamping: Die Idee der Weltliteratur. Ein Konzept Goethes und seine Karriere. Stuttgart 2010.

 

S Projektseminar Literaturvermittlung: Proust (MA Modul Vertiefung)

In Zusammenarbeit mit dem Institut français, Mainz, und dem Deutsch-französischen Kulturlabor Funkenschläge/Étincelles

W. Eckel

2-std., Di, 10 – 12 Uhr, P 201

Beginn: 17. April 2018

Proust gehört mit seinem siebenbändigen Erinnerungsroman „À la recherche du temps perdu“ zu den herausragenden Autoren des 20. Jahrhunderts. Die Sensibilität seiner Beobachtungen ist berühmt, die Länge und Komplexität seiner Sätze berüchtigt. Sein eigenwilliger Stil hat ihn unverwechselbar gemacht. Seine großen Themen sind das Begehren, die Eifersucht, die Erinnerung; auch die Gesellschaft und die Kunst finden sein besonderes Interesse. Er selbst glaubte, dass das, was er zu sagen hatte, in einer anderen Form als der von ihm gewählten nicht zu kommunizieren wäre (z.B. im Film oder im realistischen Roman). Dennoch ist die „Recherche“ nicht nur in andere Sprachen, sondern auch in andere Künste und Medien vielfach übersetzt worden. Die Liste der Autoren, Künstler, Filmemacher, die sich von Proust haben anregen lassen, ist lang: Es gibt Film-Adaptionen von Volker Schlöndorff, Raoul Ruiz oder Chantal Akerman, ein Ballett von Robert Petit, Comicversionen von Stéphane Heuet oder Nicolas Mahler, das seit 1993 laufende „Proust lu“-Projekt von Véronique Aubouy und vieles mehr. Dazu liegen Übersetzungen in alle großen Sprachen vor, ins Deutsche allein von Rudolf Schottlaender, Walter Benjamin, Eva Rechel-Mertens, Lucius Keller und Bernd-Jürgen Fischer. Inwiefern ist es in diesen Arbeiten gelungen, etwas vom Spezifischen der „Recherche“ zu vermitteln? Welche anderen Vermittlungsformen sind denkbar?

Das Projektseminar zielt im Ausgang von einigen ausgewählten Teilromanen der „Recherche“ auf die Erarbeitungen einer eintägigen Proust-Präsentation im Sommer im Institut français, Mainz. Es will für ein größeres Publikum einerseits einige der vorliegenden Beispiele eines produktiven Umgangs mit Proust vorstellen, andererseits selber neue Weisen der Proust-Vermittlung kreativ entwickeln: Foto-Collagen, szenische Aufführungen, Poster-Präsentationen, Lesungen, Fortschreibungen, Kompositionen, Tanz-Performances, das Publikum einbeziehende interaktive Formen des Umgangs – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Für die Studierenden der Komparatistik/Weltliteratur und alle an Fragen der Literaturvermittlung Interessierte. Kenntnisse des Französischen sind willkommen, aber keine Teilnahmevoraussetzung.

Als Basis unserer Beschäftigung mit Proust sollen die folgenden Bände dienen, die nach Möglichkeit schon in den Semesterferien gelesen werden sollten: Du coté de chez Swann (dt. In Swanns Welt/ Auf dem Weg zu Swann); À l’ombre des jeunes filles en fleurs (dt. Im Schatten junger Mädchenblüte); Le Temps retrouvé (dt. Die wiedergefundene Zeit); darüber hinaus zur Einführung: Bernd-Jürgen Fischer: Handbuch zu Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Stuttgart 2017. Stefan Neuhaus: Literaturvermittlung. Konstanz 2009.