Proseminare und Seminare

Hinweis: Die Zugehörigkeit der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Modulen des B.A.-Studiengangs Komparatistik/Europäische Literatur, des M.A.-Studiengangs Komparatistik und des M.A.-Studiengangs Weltliteratur ist durch Kurztitel der Module nach den Lehrveranstaltungstitel angegeben.

 

PROSEMINARE

 

PrS Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (BA Modul Einführung)

J. Heß

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, SB II 03-134

Beginn: 19. Oktober 2017

C. Mannweiler

2-std., Fr, 10 – 12 Uhr, BKM 00 025 SR 03

Beginn: 20. Oktober 2017

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft bildet die theoretische und methodologische Grundlage für das Studium der europäischen Literatur. Das Seminar bietet eine Einführung in die für dieses Studium grundlegenden Fragestellungen und Themengebiete. Hierzu gehören u.a. Grundlagen der Textanalyse und des Vergleichs, die Unterscheidung literarischer Gattungen, die Erforschung der Beziehungen zwischen Texten (Intertextualität) sowie Übersetzungsvergleich und Übersetzungstheorie. In diesen Untersuchungsgebieten werden anhand der Lektüre und Untersuchung ausgewählter Textbeispiele aus der europäischen Literatur Grundkenntnisse vermittelt, die im Laufe des Studiums vertieft werden.

 

PrS Einführung in literaturwissenschaftliches Arbeiten (BA Modul Einführung)

J. Heß

2-std., Mi, 14 – 16 Uhr, SB II 02-146

Beginn: 18. Oktober 2017

A. Zehler

2-std., Fr, 12 – 14 Uhr, P 12

Beginn: 20. Oktober 2017

Im Seminar werden grundlegende Kenntnisse zum „Handwerkszeug“ der Literaturwissenschaft vermittelt. Hierzu gehören: Aufbau und Funktion unterschiedlicher Editionen von literarischen Texten, Umgang mit Nachschlagewerken und Handbüchern, Auffinden (Bibliographieren) und Verwenden (Zitieren) von wissenschaftlicher Literatur zu einem Thema, Einführung in wissenschaftliche und literarische Zeitschriften, Einführung in die schriftliche (Hausarbeit) und mündliche (Referat) Präsentation der Ergebnisse literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Die gesamten Themenbereiche werden am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet und konkretisiert.

 

PrS Grundbegriffe der Textanalyse (BA Modul Grundbegriffe)

M. Slavtscheva

2-std., Mi, 16 – 18 Uhr, BKM 00 011 SR 05

Beginn: 18. Oktober 2017

J. Heß

2-std., Di, 16 – 18 Uhr, SB II 02-132

Beginn: 17. Oktober 2017

Die Grundlage jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur ist die Analyse literarischer Texte. Unterschiedliche Gattungen erfordern dabei spezifische, auf die jeweilige Textsorte abgestimmte Instrumentarien. In der Literaturwissenschaft wurden für die drei Großgattungen Lyrik, Drama, Erzählen jeweils eigene Analyse- und Beschreibungskategorien entwickelt. Im Seminar wird ein Überblick über die unterschiedlichen Beschreibungskategorien für die Analyse von lyrischen, dramatischen und erzählenden Texten in vergleichender Perspektive am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet.

 

PrS Literaturwissenschaftliche Modelle und Methoden (BA Modul Grundbegriffe)

F. Zipfel

2-std., Di, 12 – 14 Uhr, P 109a

Beginn: 17. Oktober 2017

C. Mannweiler

2-std., Do, 10 – 12 Uhr, BKM 00 030 SR 04

Beginn: 19. Oktober 2017

Literarische Texte können nach verschiedenen theoretischen Vorgaben und Methoden interpretiert und eingeordnet werden. Diese literaturwissenschaftlichen Methoden und ihr theoretischer Hintergrund (bspw. Hermeneutik, Rezeptionsästhetik, Formalismus, Psychoanalyse, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Marxismus, Gender Studies, usw.) sollen im Seminar eingehend behandelt, erprobt und diskutiert werden. Dies geschieht anhand ausgewählter literarischer Beispieltexte, die von verschiedenen Theoretikern mit unterschiedlichen Methoden untersucht und interpretiert wurden. Ziel des Seminars ist eine gute Kenntnis der verschiedenen Untersuchungsmodelle sowie die Fähigkeit, ihre Anwendbarkeit kritisch einschätzen zu können.

 

PrS Lektürekurs - Europäische Klassiker (BA Modul Internationalität)

C. Mannweiler

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, SB II 03-436

Beginn: 19. Oktober 2017

Zum Studium der Komparatistik gehört eine möglichst breite Kenntnis der europäischen Weltliteratur, insbesondere ihrer kanonischen Texte. Ziel des Lektürekurses ist es, solche Klassiker der europäischen Weltliteratur intensiv zu lesen und sie insbesondere im Hinblick auf ihre intertextuellen Bezüge und Wirkungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen einige ausgewählte Werke sämtlicher Gattungen und Epochen, die der Mainzer Leseliste für Komparatisten und Komparatistinnen entnommen wurden (vgl. Dieter Lamping; Frank Zipfel: Was sollen Komparatisten lesen?).

Folgende Texte werden behandelt: Dante: Commedia; Shakespeare: Hamlet; Cervantes: El ingenioso hidalgo don Quixote de la Mancha (Don Quijote); Goldoni: Il servitore di due padroni; Ibsen: Hedda Gabler; Tschechow: Der Kirschgarten; Conrad: Heart of Darkness; Proust: A la recherche du temps perdu. Bd.1: Du côté de chez Swann; Enzensberger: Das Museum der modernen Poesie (Auswahl). Da während des Semesters die Zeit für die Lektüre längerer Texte knapp werden kann, sollten diese (zum Teil) bereits in den Semesterferien gelesen werden (insbesondere Dante, Cervantes und Proust).

 

PrS Lektürekurs - Europäische Klassiker (BA Modul Internationalität)

S. Lunau

2-std., Do, 8 – 10 Uhr, BKM 00 014 SR 01

Beginn: 19. Oktober 2017

Zum Studium der Komparatistik gehört eine möglichst breite Kenntnis der europäischen Weltliteratur, insbesondere ihrer kanonischen Texte. Ziel des Lektürekurses ist es, solche Klassiker der europäischen Weltliteratur intensiv zu lesen und sie insbesondere im Hinblick auf ihre intertextuellen Bezüge und Wirkungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen einige ausgewählte Werke sämtlicher Gattungen und Epochen, die der Mainzer Leseliste für Komparatisten und Komparatistinnen entnommen wurden (vgl. Dieter Lamping; Frank Zipfel: Was sollen Komparatisten lesen?).

Folgende Texte werden behandelt: Ovid: Metamorphosen, Dante: Die göttliche Komödie, Racine: Phèdre, Goethe: Die Wahlverwandtschaften, Brontë: Wuthering Heights, Tschechow: Die Möwe, Strindberg: Ein Traumspiel, Beckett: Endgame, Enzensberger: Das Museum der modernen Poesie (in Auszügen). Zumindest die längeren Texte (Ovid, Dante, Goethe und Bronte) sollten bereits in den Semesterferien gelesen werden.

 

SEMINARE

 

S Die Rückkehr des Autors (BA Modul Internationalität)

C. Berg

2-std., Di, 8:00 – 10 Uhr, BKM 00 030 SR 04

Beginn: 17. Oktober 2017

Roland Barthes und Michel Foucault haben den Autor in den späten 1960er Jahren — nachdem auch der New Criticism das Erklärungspotential des Autors für seine Texte als intentionalen Fehlschluss erkannt hatte — für tot erklärt. Die Idee vom Autor als Individuum und sinnstiftende Instanz weicht der Theorie des scripteurs, der als bloße Textfunktion keine Verfügungsgewalt mehr über den Text und seine Bedeutung hat. In den späten 1990ern ist jedoch wieder die Rede vom Autor, man propagiert mit kritischem Rückgriff auf den poststrukturalistischen Ansatz seine Rückkehr. In der zeitgenössischen Literaturproduktion nimmt der Autor eine zentrale Rolle ein: Ob als Realitätseffekt im Text selbst (autofiktionales Schreiben, ‚Neues Erzählen‘, Post-Irony) oder als medial vermittelte Inszenierung in Interviews, (Vor)Lesungen oder im Netz — der Autor ist von den Totgesagten längst wieder auferstanden. Das Seminar möchte sich in einem ersten Schritt mit den Ansätzen von Barthes und Foucault beschäftigen, um die gegenwärtige theoretische Diskussion über die Rückkehr des Autors nachvollziehen zu können: Inwiefern war der Autor überhaupt ‚tot‘? Auf welche Art und Weise ist er (oder sie) wiedergekehrt? Auf dieser Basis wollen wir uns dann mit verschiedenen literarischen Beispielen beschäftigen und deren Autorschaftskonzepte und –inszenierungen in dem Spannungsfeld zwischen Autor, Text und medialer Öffentlichkeit untersuchen. Gegenstand des Seminars werden sein: Karl-Ove Knausgård, Annie Ernaux, Michel Houellebecq, Charlotte Roche u.a. Die finale Lektüreliste wird in der ersten Sitzung abgestimmt, gerne nehme ich auch Vorschläge Ihrerseits entgegen.

Zur Einführung: Roland Barthes: Der Tod des Autors. In: Ders.: Das Rauschen der Sprache. Frankfurt am Main 2005, S.57-63. Sean Burke: The death and return of the author. Criticism and subjectivity in Barthes, Foucault and Derrida. Ediburgh 1992. Michel Foucault: Was ist ein Autor? In: Ders.: Schriften zur Literatur. Frankfurt am Main 1988. S. 7–31. Fotis Jannidis / Gerhard Lauer / Matias Martinez / Simone Winko (Hg.): Rückkehr des Autors. Zur Erneuerung eines umstrittenen Begriffs. Tübingen: Niemeyer 1999. Carolin John-Wenndorf: Der öffentliche Autor. Über die Selbstinszenierung von Schriftstellern. Bielefeld 2014. Sabine Kyora (Hg.): Subjektform Autor. Autorschaftsinszenierungen als Praktiken der Subjektivierung. Bielefeld 2014. Jérôme Meizoz: Postures littéraires. Mises en scène modernes de l'auteur. Genf 2007.

 

S Die Literatur der Shoah zwischen Fiktion und Erinnerung (BA Modul Internationalität)

A. Zehler

2-std., Mo, 12 – 14 Uhr, SB II 02-146

Beginn: 16. Oktober 2017

Literarische Repräsentationen des Holocaust stehen seit vielen Jahrzehnten in einem komplexen Spannungsverhältnis zwischen Zeugnis, Erinnerung, Fiktion und Tabu. Sowohl ästhetische als auch moralische Fragestellungen begleiten die Diskussion um die Fragen, wer das Recht hat, auf welche Weise über den Holocaust zu schreiben, und ob literarisches Erinnern mit moralischer Verantwortung einhergehen muss. Immer wieder wird dieser Literatur der Vorwurf gemacht, die geschichtlichen Ereignisse zu verfälschen oder zu relativieren, teilweise wird auch die künstlerische Darstellung des Holocaust an sich in Frage gestellt („Unsagbarkeitstopos“). Durch das Verschwinden der Zeitzeugen können sich nachfolgende Generationen inzwischen fast nur noch mittelbar auf „authentische“ Erinnerungsmöglichkeiten berufen. Gerade in der sogenannten dritten Generation von Schriftstellern hat ein offenkundiger Umbruch der Herangehensweise stattgefunden, neuere Tendenzen der Gegenwartsprosa lassen auf transkulturelle und transgenerationelle sowie insgesamt offenere Erzählweisen schließen. Das Seminar will einen dezidiert literaturwissenschaftlichen Zugang zum Thema finden, auf der Basis verschiedener Leitfragen soll diskutiert werden, welche Möglichkeiten die fiktionale Bearbeitung des Themas bietet und wo ihre Grenzen liegen. Welche ästhetischen Verfahren, Methoden, Formen und Schreibweisen lassen sich beobachten? Mit welchen narrativen Strukturen wird gearbeitet? Wie ist mit dem Spannungsfeld von Faktizität und Fiktionalität umzugehen? In welche Richtung hat sich die Literatur der Shoah in den letzten Jahrzehnten entwickelt? 

Zur Diskussion stehen Werke älteren und neueren Datums, sowohl ausgewählte Literatur von Zeitzeugen (Jorge Semprun: La Montagne blanche, Georges Perec: W ou le Souvenir d'enfance, Ruth Klüger: Weiter leben. Eine Jugend) als auch Beiträge der zweiten und dritten Generation von Schriftstellern (Anne Michaels: Fugitive Pieces, W. G. Sebald: Austerlitz, Jonathan Safran Foer: Everything is illuminated, Katharina Hacker: Eine Art Liebe, Nicole Krauss: Great House).

Für erste Einblicke in die Problematik empfohlene Lektüre: Bayer, Gerd [Hrsg.]: Literatur und Holocaust. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2009. Birkmeyer, Jens [Hrsg.]: Erinnern des Holocaust?: Eine neue Generation sucht Antworten. Bielefeld: Aisthesis-Verlag, 2006. Debazi, Elisabeth H.: Zeugnis - Erinnerung - Verfremdung: literarische Darstellung und Reflexion von Holocausterfahrung. Marburg: Tectum-Verlag, 2008. Eke, Norbert Otto [Hrsg.]: Shoah in der deutschsprachigen Literatur. Berlin: Schmidt, 2006

 

S Seminar zu praktischen Aspekten der Literaturvermittlung (BA Modul Literaturvermittlung)

S. Seiler

2-std., Di, 12 – 14 Uhr, SB II 03-436

Beginn: 17. Oktober 2017

Das Seminar führt in die Theorie, Geschichte und Gegenwart der Literaturkritik ein und bereitet auf das praktische Seminar im Sommersemester vor. Dabei sollen einerseits zentrale Begriffe wie 'Kritik' oder 'Rezension' geklärt sowie auf die spezielle Rolle des literaturkritischen Essays eingegangen werden. Andererseits soll eine breite Auswahl an literaturkritischen Texten gelesen und analysiert werden, vom 18. Jahrhundert bis hin zu Sonderfällen wie etwa User-Rezensionen aus dem Internet.

 

S Kritik von wem -  für wen -  wie (BA Modul Literaturvermittlung)

H. Hoven

Fr, 10 – 14 Uhr, SB II 01-525

Termine: 20.10., 03.11., 17.11., 01.12., 15.12.2017, 12.01., 26.01.2018

Vor allem das „wie“ hat sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert. Die Anzahl der Literatur-Blogger ist kaum zu überblicken. Verlage animieren zu Leserkritiken, die sie dann auf ihrer Website werbewirksam präsentieren. DLF  Kultur sendet die „Straßenkritik“. Die professionelle Literaturkritik hat Konkurrenz bekommen. Die Kriterien des Formatradios bestimmen den Umgang mit Literatur. Krimis finden sich in den “Breitenprogrammen“, Thomas Pynchon ist für die Kulturwellen fest gebucht. Das „Gespräch mit dem Autor“ boomt, dabei ist das häufig eine Entscheidung gegen einen Rezensenten, dessen Beitrag honoriert werden müsste. Im Seminar blicken wir hinter die Kulissen des glatt polierten Kulturbetriebs. Vorsetzung ist: Neugierde und die Bereitschaft zur selbstständigen, bisweilen mühsamen Recherche im Dschungel des Literaturbetriebs.

 

S Rebellen im Cola-Hinterland: Deutschland und die USA - Eine problematische Beziehung  (MA Modul Interkulturalität)

S. Seiler

2-std., Di, 14 – 16 Uhr, SB II 03-153

Beginn: 17. Oktober 2017

Seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA stehen die deutsch-amerikanischen Beziehungen so stark im Fokus der Öffentlichkeit wie seit langer Zeit nicht mehr. Dabei blicken Deutschland und die USA auch auf eine lange, historisch bedingt nicht selten problematische literarische Beziehung zurück. Gerade in den 60er Jahren war das Verhältnis zur amerikanischen „Besatzungsmacht“ auch in kulturellen Fragen mehr als ambivalent, doch bereits die deutliche Kritik an der amerikanischen „Massenkultur“ durch Horkheimer/Adorno (und deren Rezeption durch die 68er-Bewegung) zeigt ein divergierendes Kulturverständnis, das sich nicht zuletzt auch in literarischen Texten (und deren transatlantischer Rezeption) manifestiert hat. Und die Rezeption deutschsprachiger Literatur in den USA war oft mehr  von Zufällen (Hesse, Bernhard Schlink) denn von tatsächlichen Vermittlungsversuchen gekennzeichnet. Und auch das Amerika-Bild in der deutschen Literatur sowie das Deutschland-Bild in der amerikanischen Literatur ist äußerst heterogen.

Im Seminar sollen nun verschiedene Aspekte deutsch-amerikanischer Literaturbeziehungen diskutiert werden, neben der Ebene der Texte sollen auch Fragen der Produktion und Rezeption, der Übersetzung und der Literaturvermittlung gestellt werden. Auch die Ausprägungen auf andere Formen kultureller Artikulation, die von deutscher Seite appropiiert wurden, werden thematisiert, etwa das Kino oder die Popmusik. Hierbei wird der Schwerpunkt zwar auf der der historischen Entwicklung liegen, aber doch stets mit einem Blick auf die gegenwärtige Situation.

 

S Antigone (MA Modul Intertextualität)

D. Lamping

2-std., Do, 10 – 12 Uhr, SB II 03-144

Beginn: 19. Oktober 2017

Die „Antigone“ des Sophokles ist eines der großen Dramen der Weltliteratur. Ausgehend von ihm, zieht sich die Beschäftigung mit der Tochter des Ödipus bis heute durch die Ideen- und Literaturgeschichte. Philosophen wie Hegel und Kierkegaard haben sich an ihr ebenso beteiligt wie Dichter von Hölderlin bis hin zu Jean Anouilh, Rolf Hochhuth und Grete Weil. Die wichtigsten Interpretationen und poetischen Rezeptionen der „Antigone“ soll das Seminar zum Gegenstand machen.

Zur Vorbereitung empfohlen: George Steiner: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. Übers. von Martin Pfeiffer.  München 1988.

 

S Songtexte als Lyrik (MA Modul Intermedialität)

S. Seiler

2-std., Do, 14 – 16 Uhr, BKM 00 030 SR 04

Beginn: 19. Oktober 2017

Die Popkulturforschung ist sich im Grunde einig darüber, dass es sich bei einem Popsong nicht nur um eine – aufgrund des Zusammenwirkens von Text und Musik – hybride Gattung handelt, sondern auch darüber, dass sein zentrales Merkmal die Einbettung in einen popkulturellen Kontext darstellt. Dies bedeutet unter anderem das Wissen um den Warencharakter (nach Adorno), aber auch um die Bedeutung eines popkulturellen Überbaus, der – nach Diedrich Diederichsen – von der Performanz bis hin zu Frisur oder Tätowierungen des Künstlers reicht. Nachdem Bob Dylan im Herbst 2016 den Nobelpreis für Literatur zugesprochen bekam, ist es auch diese Argumentation, anhand derer bei vielen Kritikern das Unverständnis für diese Auszeichnung gespeist wird: Ein Songtext sei nun mal kein Gedicht, demnach auch kein autonomes Kunstwerk, und insofern sei es auch nicht als Literatur rezipierbar.

Im Seminar soll, nach einer eingehenden Beschäftigung mit verschiedenen theoretischen Schriften zur Popmusik, der Frage nachgegangen werden: Kann ein Songtext nicht doch als autonomes Kunstwerk, als Gedicht oder ggf. als kurze Erzählung, angesehen werden? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Anhand zahlreicher Beispiele aus der rund 60jährigen Geschichte der Popmusik wird diese Problematik von allen Seiten beleuchtet. Studierende sind dazu eingeladen, auch selbst Ideen mit ins Seminar zu bringen.

 

S Literatur und Mehrsprachigkeit von Dante Alighieri bis Feridun Zaimoglu (MA Modul Interkulturalität)

I. Amodeo

Gresemundweg 2, 2. OG, Zi. 02-210

Termine: Mo, 04.12.17, 10:00-12:30; Mo, 11.12.17, Mo, 15.01.18, Mo, 22.01.18, jeweils 10:00-12:30 und 15:00-17:30; Mo, 29.01.18, 10:00-12:30 und 15:00-18:30

In dieser Lehrveranstaltung wird der Sprachenwechsel in der Literatur behandelt. In der Geschichte der Literatur stößt man immer wieder auf Autoren, die abwechselnd oder gleichzeitig in mehreren Sprachen schreiben. In den Blick genommen werden sowohl kanonisierte Autoren früherer Epochen (z.B. Dante Alighieri) als auch um Beispiele aus der gegenwärtigen Weltliteratur, sei es im (post-) kolonialen Kontext (z.B. Chinua Achebe), sei es mit migratorischem Hintergrund (z.B. Feridun Zaimoglu). Dabei gilt es, im Laufe des Semesters einige der Gründe und Kontexte literarischer Mehrsprachigkeit systematisch vergleichend zu erarbeiten.

Amodeo, Immacolata/Hörner, Heidrun/Kiemle, Christiane (Hg.) (2009): Literatur ohne Grenzen. Interkulturelle Gegenwartsliteratur in Deutschland – Porträts und Positionen. Sulzbach/Taunus. Biondi, Franco (1986): „Die Fremde wohnt in der Sprache“, in: Irmgard Ackermann/Harald Weinrich (Hg.): Eine nicht nur deutsche  Literatur. Zur Standortbestimmung der „Ausländerliteratur“. München/Zürich, S. 25-32. Biondi, Franco (1997): In deutschen Küchen. Roman. Frankfurt a. M. Chiellino, Gino (1987): Sehnsucht nach Sprache. Gedichte 1983-1985. Kiel. Dante <Alighieri> /1979): „De vulgari eloquentia“. In: Dante <Alighieri>: Opere minori. Bd. 2. P. V. Mengaldo u.a. (Hg.). Milano/Napoli, S. 1-237. Derrida, Jacques (1996): Le monolinguisme de l’autre ou la prothèse d’origine. Paris. Micieli, Francesco (1998): „Meine italienische Reise“, in: Francesco Miceli: Ich weiß nur, daß mein Vater große Hände hat / Das Lachen der Schafe / Meine italienische Reise. Trilogie. Bern, S. 215-296. Parati, Graziella: „Living in translation, thinking with an accent“. In: Romance Languages Annual VIII (1997), S. 280-286. Sepe, Franco (1987): Elegiette Berlinesi. Florenz. Zaimoglu, Feridun (1995): Kanak Sprak. 24 Mißtöne vom Rande der Gesellschaft. Berlin.