Hauptseminare

Hinweis: Die Zugehörigkeit der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Modulen des B.A.-Studiengangs Komparatistik/Europäische Literatur, des M.A.-Studiengangs Komparatistik und des M.A.-Studiengangs Weltliteratur ist durch Kurztitel der Module nach den Lehrveranstaltungstitel angegeben.

 

HS Ich – Wir – die Anderen. Identitätskonstruktionen in Reiseberichten des 18. und 19. Jahrhunderts (MA Modul Interkulturalität, MA Modul Vertiefung)

W. Eckel und S. Vlasta 

2-std., Mi, 16 – 18 Uhr, BKM 00 014 SR 01

Beginn: 19. April 2018 

Ab dem 18. Jahrhundert und verstärkt im 19. Jahrhundert begann mit der Formierung der Nationalstaaten auch die Ausbildung nationaler Identitäten. Gleichzeitig rückte das Individuum und die Ausbildung individueller Identitäten mit der Formierung des Bürgertums immer mehr in den Vordergrund. Beide Identitätskonstruktionen werden nicht zuletzt in der Literatur der Zeit verhandelt. Besonders prädestiniert dafür ist eines der beliebtesten Genres jener Epoche – der Reisebericht. Das Seminar setzt sich mit einigen Reiseberichten aus verschiedenen nationalen Kontexten auseinander und analysiert sie in Bezug auf die Frage, welche Rolle sie in der Ausbildung nationaler und individueller Identitäten gespielt haben (oder immer noch spielen) und warum bzw. wie sie das tun. Die Analyse der Primärtexte wird eingeführt und ergänzt durch gemeinsame Lektüre von Sekundärliteratur zum Themenkomplex Identitätsbildung und Literatur.

 Zur Diskussion stehen Texte von Charles Dickens, Georg Forster, Johann Wolfgang von Goethe, Victor Hugo, Fanny Lewald, Stendhal, Mary Shelly u.a. Die endgültige Literaturliste wird in der 1. Sitzung festgelegt.

Zur Vorbereitung wird die Lektüre folgender Primärwerke empfohlen: Charles Dickens: Pictures from Italy (1846), Victor Hugo: Le Rhin (1842), Fanny Lewald: Italienisches Bilderbuch (1847). Für erste Einblicke empfohlene Sekundärliteratur: Carl Thompson: Travel Writing (Milton Park: Routledge, 2011).

 

HS Magischer Realismus (MA Modul Interkulturalität, MA Modul Vertiefung)

S. Seiler 

2-std., Do, 10 – 12 Uhr, BKM 00 016 SR 02

Beginn: 19. April 2018 

Der Magische Realismus ist eine der am meisten missverstandenen Schreibweisen der Gegenwartsliteratur. Oft wird er in der Kritik – und mitunter auch in der Literaturwissenschaft – mit der phantastischen Literatur gleichgesetzt. Gleichzeitig dient, vor allem in Deutschland, wo der Boom der lateinamerikanischen Literatur in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts besonders stark war, gerne auch als verkaufsförderndes Schlagwort missbraucht. Im Seminar soll daher nach einer eingängigen Begriffsklärung dem Phänomen auch anhand exemplarischer Texte aus der lateinamerikanischen Literatur sowie europäischen Romanen und Erzählungen, die den Magischen Realismus rezipieren und gleichzeitig transformieren nachgegangen werden.

Gabriel García Màrquez Roman Cien años de soledad (Hundert Jahre Einsamkeit) sollte zu Beginn des Semesters gelesen sein, da er als Grundlage der Begriffsfindung und der Diskussion gelten wird.