Ehemalige berichten

Christina Eickhorn, Journalistin: Als Journalistin muss ich mich jeden Tag in neue, komplexe Themengebiete einarbeiten, Zusammenhänge erkennen, erklären und ausarbeiten. Alles Fähigkeiten, die ich mir während meines Studiums der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Mainz aneignen konnte. Die AVL erfordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit und gibt dem Studenten gleichzeitig die Freiheit, sich auf bestimmte Themengebiete zu spezialisieren. Spätestens am Ende des Studiums, wenn es an das Schreiben der Bachelor- oder Masterarbeit geht, merkt man, wie sich all das, was man während des Studiums gelernt und gelesen hat, plötzlich zusammenfügt, und wie sehr unterschiedlichste Lebensbereiche und wissenschaftliche Gebiete miteinander korrelieren. Beruflich habe ich auch von der intensiven Beschäftigung mit Sprache profitiert. Das Schreiben zahlreicher Hausarbeiten und der Abschlussarbeit hat mir die notwendige Routine gegeben, die ich heute in meinem Beruf als Journalistin tagtäglich brauche.
Abgesehen von beruflichen Qualifikationen hat mir das Studium jedoch vor allem persönlich viel gebracht. Meine Liebe zur Literatur hat sich durch das Studium noch verstärkt. Zahlreiche Autoren, die heute zu meinen Lieblingsschriftstellern zählen, habe ich erst durch das Studium der AVL kennengelernt. Spannend war für mich insbesondere der interdisziplinäre Ansatz des Studienganges. Nicht nur meiner Leidenschaft für Literatur, sondern auch für Film und Kunst konnte ich während meiner Zeit an der Uni Mainz nachgehen. Jedem Abiturienten, der eine Vorliebe für Literatur, Sprachen und andere kreative Felder wie Theater, Film und Kunst hat, würde ich das Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft ans Herz legen.


Dr. Nathalie Mispagel, freie Film- und Buchkritikerin: "Ein Komparatistik-Studium vermittelt nicht nur den akademischen Blick auf die Literatur, sondern eine literarisch geprägte Sicht auf das Leben überhaupt. Dichtung läßt uns tief in die Welt schauen, die Beschäftigung mit ihr ermutigt zum Nach- und Über-Denken, vor allem zum kritischen Hinterfragen. Ziel ist die intellektuelle Selbstbestimmung, ob an der Uni, im Beruf oder irgendwo anders dort draußen."


Christine Lentz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ullstein Buchverlage: "Mir hat der grenzüberschreitende Charakter der Komparatistik sofort zugesagt: Literatur lässt sich nicht in Landesgrenzen fassen und genauso wenig hört sie mit dem Subjekt Buch auf. Sie findet sich in vielen anderen Kulturbereichen wieder. Die Komparatistik trainiert den Blick. Sie lässt einen regelmäßig Anstrengungen unternehmen, damit man über den Tellerrand schauen kann. Und man stellt die Literatur in Kontext - durch die Komparatistik tritt die Literatur in Beziehung mit dem Umfeld und erforscht die Wechselwirkung, die z.B. psychologische, philosophische, historische, politische, kunsthistorische, mediale Hintergründe hat. Der interkulturelle Bezug und die Einwirkung des Fremden und der Migration auf den literarischen Ausdruck des Schriftstellers wurde dann auch mein Hauptschwerpunkt. Mir persönlich hat die Komparatistik ermöglicht, mein Interesse an Zeit-, Sprach- und Kulturräumen mit meiner Faszination für Literatur zu verbinden."


Jan Rhein leitet das deutsch-französische Kulturzentrum in Nantes: "Mir scheint, dass das Komparatistik-Studium eine Flexibilität des Denkens fördert, die man in zahlreichen Tätigkeitsfeldern gebrauchen kann, vermutlich besonders gut für Koordinierungs- und Leitungsaufgaben. Die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen, ist da ebenso nützlich wie jene, sich ins Detail zu vertiefen und gleichzeitig den Überblick behalten zu können. Auch als interkulturelles Training könnte man die Komparatistik auffassen - das regelmäßige Abtauchen in fremde Lesewelten erleichtert sicher auch den Einstieg in fremde Lebenswelten. Und nicht zuletzt: Wer Baudelaire, Borges, Joyce und Johnson lesen gelernt hat, der wird auch die meisten seiner Mitmenschen gut verstehen."


Sandra Oster, wissenschaftliche Mitarbeiterin: "Ich habe erfahren, was Literatur alles sein kann und aus welchen Richtungen man sich ihr nähern kann. Das hat meine Lektürewelt erweitert und bereichert.
Außerdem wird im Studium der Komparatistik die Fähigkeit gestärkt, Verbindungen herzustellen; zwischen Epochen, Autoren, Texten. Das fördert die Kreativität des Denkens und die kann man nicht nur in der Wissenschaft gut gebrauchen.
Man lernt also Lesen und Denken. Und nicht zuletzt verdanke ich meinem Komparatistik-Studium ansehnlich gefüllte Bücherregale..."


Moritz Zimmermann, Volontär bei RTL, Frankfurt: "Gerade die Komparatistik in Mainz bietet einzigartige Möglichkeiten. Bei mir persönlich war es das Interesse für Literatur und die französische Sprache. Erste Wahl war dafür der Bachelorstudiengang Europäische Literatur. Hier habe ich die Möglichkeit gesehen, das zu machen, was mir Spaß macht, wofür ich mich wirklich interessiere. Keine Sprachwissenschaft, kein Lehrberuf, einfach nur Literatur. Das Erfassen, Verstehen und Analysieren von schwierigen Texten in verschiedenen Sprachen, hilft mir auch bei der Arbeit als Journalist.
"Ich habe relativ früh damit begonnen, mich neben dem Studium auf die journalistische Laufbahn zu begeben und das würde ich auch jedem raten. Im Journalismus zählt nur Praxis. Und die kann man ohne Probleme neben dem Literaturstudium sammeln und dieses trotzdem erfolgreich absolvieren. Das ist zumindest meine Erfahrung. Und das hat natürlich etwas mit Selbstorganisation zu tun. In jedem Studium sollte neben fachlicher Qualifikation vor allem die Fähigkeit zur Selbstorganisation erworben werden. In meinem Literaturstudium ist mir das gelungen."


Sonja Streifinger, Regieassistentin am Theater: "Obwohl ich in meinem Beruf als Regieassistentin keinen direkten Bezug zu meinem Studium habe, weil das praktische Handwerk doch einen großen Unterschied zu dem theoretischen Studium beinhaltet, kann ich doch immer wieder auf mein im Studium erlangtes Wissen zurückgreifen.
Das breite Wissen über die Literatur kommt mir bei meiner täglichen Auseinandersetzung mit dramatischen Texten immer wieder zu Gute. Auch die Fähigkeit des Vergleichens zu anderen literarischen Werken ist beim Erarbeiten eines Stückes von Vorteil, da man anhand von Parallelen eine Inszenierung mit Anreicherungen und Fremdtexten zu etwas Besonderem werden lassen kann. Mit diesem Wissen kann ich mich auch fundiert in unsere täglichen Diskussionen auf der Probe einbringen.
Auch die Recherchefähigkeit ist sehr wichtig in meinem Beruf. Da wir uns nicht nur mit dem Stück selbst beschäftigen, sondern auch Informationen zu Autor, Zeitgeschichte und Bezügen zur heutigen Zeit in die Inszenierungsideen einbeziehen, ist es immer wieder notwendig, passende Sekundärliteratur zu finden und einzubringen, auch wenn das eher Aufgabe der Dramaturgie ist.
Außerdem kommt mir die im Studium erlernte analytische Herangehensweise an Texte zu Gute. Gerade im Hinblick auf eine eigene Regiearbeit hilft der erste analytische Blick auf den Text um herauszufinden, was der Text bietet und worauf man sich in der eigenen Auseinandersetzung mit dem Text konzentrieren möchte."