Tagung "Das Europa der Literaturen"

Internationale Tagung des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am 13. und 14. Dezember (Alte Mensa)  

Lange bevor es ein politisches Europa gab, hat es ein Europa der Literaturen gegeben. Die einzelnen Literaturen des Kontinents sind seit der Antike auf vielfältige Weise verknüpft. Durch die Globalisierung und besonders durch die Migration ist dieses Netz im 20. Jahrhundert noch engmaschiger geworden. Im Mittelpunkt der Tagung des Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft steht die Frage, inwiefern diese Verknüpfungen es gestatten, nicht nur von europäischen Literaturen (im Plural), sondern auch von einer europäischen Literatur (im Singular), also in einem emphatischen, nicht bloß additiven Sinn zu sprechen. Zu diesem Zweck werden an Texten verschiedener ost-, west- und mitteleuropäischer Literaturen Probleme der literarischer Interkulturalität und Transkulturalität, der Übersetzung und der produktiven Rezeption über Literatur- und Sprachgrenzen hinweg verhandelt. Zu diesen Themen werden Literaturwissenschaftler und Literaturwissenschaftlerinnen aus Deutschland, Italien, Spanien, Irland, Slowenien und den USA sprechen.

 

Programm

 

13. Dezember 2012  

09.00:      Dieter Lamping: Begrüßung

09.15:      Anton Escher: Grußwort des Zentrums für Interkulturelle Studien.

09.30:     Marisa Sigúan Böhmer (Barcelona): Lesen als Selbstkonstruktion: Literatur als Überlebenshilfe in den Lagern.

10.15:      Linda Maeding (Barcelona): Exil als Zwischenraum. Eine europäische Literatur?

11.00:     Kaffeepause

11.30:     Olaf Müller (Mainz): Der kalte Krieg der Literatur. Zur Rezeption des italienischen Resistenza-Romans in Ost- und Westdeutschland.

12.15:     Carsten Dutt (Notre Dame, Indiana): Curtius’ europäisches Denken und Gottfried Benn.

13.00:     Mittagspause

14.30:      Stefano Beretta (Parma): Wege zur Ästhetisierung der deutschsprachigen interkulturellen Literatur im Werk Franco Biondis.

15.15:     Jürgen Barkhoff (Dublin): Transkulturelle Aspekte in den Texten von Hugo Hamilton.

16.00:      Kaffeepause

16.30:      Anna Fattori (Rom): Heinrich von Kleists Amphitryon (1807) und John Banvilles God’s Gift (2000). Literarische Metamorphosen eines klassischen Mythos in der europäischen Literatur.

17.15:      Klaus Hübner (München): Migration? Viel mehr als das! Über deutschtürkische Gegenwartsliteratur.

 

14. Dezember 2012  

9.00:        Natalia Shychlevska (Greifswald): Medea-Mythos und Interkulturelle Literatur.

9.45:        Monika Riedel-Stranaková (Nitra): Eine ganz normale Familie? Überlegungen zum deutschsprachigen interkulturellen Familienroman.

10.30:     Kaffeepause

11.00:      René Kegelmann (München): Räume der Erinnerung in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur mit ungarischen Wurzeln.

11.45:      Alfred Gall (Mainz): Zwischen Mythos, Bild und Geschichte: Das Ikarus-Motiv in der Lyrik von Zbigniew Herbert und Tadeusz Rózewicz.

12.30:      Andreas Kelletat (Mainz/Germersheim): Wer kennt sie? Wer liest sie? – Die „kleinen“ Literaturen Europas. 

13.15:     Schlussdiskussion