Franziska Rauh, M.A.; M.St. (Oxon.)

Kontakt

mail: franrauh@uni-mainz.de
tel: 06131 39-25905

Philosophicum I
Jakob-Welder-Weg 18
Raum 03-542

Sprechzeiten

in der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung per E-Mail

  • Rewriting und Kanon
  • Intertextualität
  • Erzähltheorie

Seit 2025 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (2. Beisitzerin)

Seit 2022 Promotionsvorhaben zum Thema „Rewriting als Verfahren im Umgang mit kanonischen Texten“ (Arbeitstitel)

Seit 2021 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien (Univ.-Prof. Dr. Irina Rajewsky)

2024–2026 Junior Fellow des Gutenberg Academy Fellows Program der JGU Mainz

2022 Bachelor of Arts, Katholisch-Theologische Studien, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

2021 Master of Arts, Komparatistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2020–2021 Wissenschaftliche Hilfskraft an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz, Abteilung Moraltheologie

2020 Master of Studies, Jewish Studies, University of Oxford

2019 Wissenschaftliche Hilfskraft am Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien der Universität Mainz

2017 Tutorin für wissenschaftliches Schreiben im Programm Schreibzeit des Fachbereich 05 der Universität Mainz

2016–2021 Wissenschaftliche Hilfskraft an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Mainz, Abteilung Altes Testament

2014–2022 Studium der Komparatistik, katholischen Theologie und Jewish Studies an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Albert Ludwigs-Universität Freiburg und der University of Oxford (gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes 2016–2021)

Aufsätze

„Rewriting and Copyright Law. A Literary and Legal Analysis.“ In: GRUR International 74.2 (2025). 132–144. DOI: 10.1093/grurint/ikae155 [gemeinsam mit Carl Gollnast und Paul Gollnast].

„1 Könige 19.“ In: Hieke, Thomas: Gott erscheint. Epiphanie- und Theophanie-Texte im Alten Testament. Freiburg i. Br.: Herder, 2024. 102–113.

„Mary Douglas.“ In: Dietrich, Jan u.a. (Hg.): Handbuch Alttestamentliche Anthropologie. Tübingen: Mohr Siebeck, 2023. 42–45.

„Predigen über Christa T. Eine Problemskizze zur Rezeption literarischer Texte in Das Wort an die Gemeinde mit einer Betrachtung von Bezugnahmen auf Christa Wolfs Nachdenken über Christa T.“ In: Bunzel, Marlen / Nitsche, Martin (Hg.): Bibelrezeption, Zensurmechanismen und homiletische Fragestellungen in der katholischen DDR-Diaspora. Mehrperspektivische Annäherungen an „Das Wort an die Gemeinde“. Würzburg: Echter, 2023. 173–207.

Rezensionen und Essays

Wissenschaftliche Rezensionen

„[Rezension zu:] Die Welt der Träume. Eine Reise durch alle Zeiten und Kulturen. Zusammengestellt, kommentiert und mit einer Einleitung versehen von Christiane Solte-Gresser. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2023. 440 S.“ In: Komparatistik. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. 2024. 358–362.

Rezensionen literarischer Texte und Essays

Just another Tuesday im Patriarchat. In: literaturkritik.de 25/10 (2023). 9–15

Review: Emma. (zu Autumn de Wildes Filmadaption von Jane Austens Emma). In: Cherwell 290/8 (2020). 11.

Alle Macht den Drogen (zu Demian Lienhard, Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat). In: literaturkritik.de 21/7 (2019). 135–138.

Coming of Age im Weltkriegsengland (zu Jane Gardam, Weit weg von Verona). In: literaturkritik.de 20/11 (2018). 283–285.

Ein buntes Trostpflaster für Old Filth-Fans (zu Jane Gardam, Die Leute von Privilege Hill). In: literaturkritik.de 20/6 (2018). 190–193.

Schweigen und beten (zu Sandra Hoffmann, Paula). In: literaturkritik.de 20/4 (2018). 150–154.

Wer bin ich, Israel? (zu Dmitrij Kapitelman, Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters). In: literaturkritik.de 19/10 (2017). 290–295.

„Rewriting as Reception.“ International Workshop: Conceptualising Reception – Interdisciplinary Theories and Methods, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 11/2025.

„La réécriture comme moyen d’écrire contre le canon littéraire.“ Journée d’études: Écrire contre, Université Caen Normandie, 06/2025.

„Medusa Rewritten, Reclaimed, Revenged?“ International Conference: Metamorphoses in Contemporary Literature, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 05/2025.

„Rewritings as Catalysts for Rereading.“ Re-Reading: 2025 Postgraduate Conference of the Research Centre for Comparative Literature and Translation, University of Glasgow/Online, 05/2025.

„Rewriting als Verfahren im Umgang mit kanonischen Texten.“ Gastvortrag im Rahmen des Seminars „Wi(e)derschreiben: réécriture et études postcoloniales“ (Kirsten Behr), Universität Kassel, Institut für Romanistik, 12/2024.

„Rewriting the Literary Canon and Copyright Law. A Literary and Legal Analysis of Intertextual Migration.“ 14th Annual Workshop of the International Society for the History and Theory of Intellectual Property, Tel Aviv University, 6/2023 [gemeinsam mit Carl Gollnast].

„Rewriting als Verfahren im Umgang mit kanonischen Texten.“ Gastvortrag im Rahmen der Veranstaltung „Zeitgeist Antike“ (PD Dr. Joséphine Jacquier), Universität Heidelberg, Seminar für Klassische Philologie, 7/2022.

„Ruth Rewriting Torah with a ‚Burned Hand.‘ The Ethics of Authentic Quotation of an Authoritative Text.“ Annual Conference of the European Association of Biblical Studies, Wuppertal/Online, 8/2021 [gemeinsam mit Benedict Schöning].

„What Do Quotations Do? Towards a Functional Approach to ‚Quotation Acts‘ in Biblical Texts.“ Annual Conference of the European Association of Biblical Studies, Wuppertal/Online, 8/2021 [gemeinsam mit Benedict Schöning].

Laufendes Dissertationsprojekt: „Rewriting als Verfahren im Umgang mit kanonischen Texten“ (Arbeitstitel)

Kurzdarstellung des Projekts:

Dr Jekylls Hausmädchen, Schneewittchens böse Stiefmutter, Ophelia, Magwitch oder Freitag – von den Nebenfiguren, wie von den Nebenschauplätzen und -handlungen bekannter und einflussreicher Texte scheint eine Faszination auszugehen, die Autor:innen dazu motiviert, existierende Geschichten aus der Perspektive anderer Figuren und/oder mit Fokus auf bisher wenig beachteten Handlungssträngen neu- oder umzuschreiben. Im literaturwissenschaftlichen Diskurs, insbesondere in postkolonialen und feministischen Literaturtheorien, begegnet für solche Texte immer häufiger der Begriff rewriting.

Als literaturwissenschaftlicher Terminus zeichnet sich rewriting allerdings durch eine gewisse Unschärfe aus: Er wird in unterschiedlichen Kontexten mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet und steht in Beziehung zu einer Fülle verwandter bzw. alternativer Begriffe und Konzepte wie spinoff, retellingRevision, AdaptionAppropriation oder parallel literature. Mein Dissertationsprojekt zielt darauf, rewriting als eine spezifische Form intertextueller Bezugnahme zu bestimmen, von anderen Verfahren und Formen der Intertextualität abzugrenzen und so zu einer Begriffsschärfung beizutragen.

Über terminologische und konzeptionelle Fragen hinaus gilt mein Forschungsinteresse möglichen Funktionen von rewriting mit Blick auf das ambivalente Verhältnis von rewriting und Kanon: Rewriting ist ein Verfahren, das meist auf in irgendeiner Weise kanonische Texte bezogen wird; es setzt Kanonizität voraus, zugleich wird ihm häufig eine kritisch-subversive Funktion der Kanonrevision oder -erweiterung zugeschrieben. Welche Funktionen erfüllen rewritings in Bezug auf unterschiedliche Ausprägungen der Idee eines Kanons? Woran lässt sich die Haltung eines rewriting gegenüber seinem kanonischen Prätext festmachen? Wie funktioniert rewriting als ein kanonbasiertes Mittel der Kanonkritik? Diesen Fragen widmet sich mein Projekt im Blick auf rewritings unterschiedlicher literaturgeschichtlicher Herkunft, insbesondere englisch- und französischsprachige Texte der 1980er bis 2020er Jahre.