Proseminare und Seminare

Hinweis: Die Zugehörigkeit der Lehrveranstaltungen zu den einzelnen Modulen des B.A.-Studiengangs Komparatistik/Europäische Literatur, des M.A.-Studiengangs Komparatistik und des M.A.-Studiengangs Weltliteratur ist durch Kurztitel der Module nach den Lehrveranstaltungstitel angegeben.

PROSEMINARE

 

PrS Einführung in die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (BA Modul Einführung)

M. Wiesmann

2-std., Mi, 16 – 18 Uhr, P 109a

Beginn: 16. Oktober 2019

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft bildet die theoretische und methodologische Grundlage für das Studium der europäischen Literatur. Das Seminar bietet eine Einführung in die für dieses Studium grundlegenden Fragestellungen und Themengebiete. Hierzu gehören u.a. Grundlagen der Textanalyse und des Vergleichs, die Unterscheidung literarischer Gattungen, die Erforschung der Beziehungen zwischen Texten (Intertextualität) sowie Übersetzungsvergleich und Übersetzungstheorie. In diesen Untersuchungsgebieten werden anhand der Lektüre und Untersuchung ausgewählter Textbeispiele aus der europäischen Literatur Grundkenntnisse vermittelt, die im Laufe des Studiums vertieft werden.

 

PrS Einführung in literaturwissenschaftliches Arbeiten (BA Modul Einführung)

J. Heß 

2-std., Mi, 14 – 16 Uhr, P SB II 01 525

Beginn: 16. Oktober 2019

Im Seminar werden grundlegende Kenntnisse zum „Handwerkszeug“ der Literaturwissenschaft vermittelt. Hierzu gehören: Aufbau und Funktion unterschiedlicher Editionen von literarischen Texten, Umgang mit Nachschlagewerken und Handbüchern, Auffinden (Bibliographieren) und Verwenden (Zitieren) von wissenschaftlicher Literatur zu einem Thema, Einführung in wissenschaftliche und literarische Zeitschriften, Einführung in die schriftliche (Hausarbeit) und mündliche (Referat) Präsentation der Ergebnisse literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Die gesamten Themenbereiche werden am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet und konkretisiert.

 

PrS Grundbegriffe der Textanalyse (BA Modul Grundbegriffe)  

M. Kopf

2-std., Do, 14 – 16 Uhr, SB II 02-146

Beginn: 17. Oktober 2019

Die Grundlage jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur ist die Analyse literarischer Texte. Unterschiedliche Gattungen erfordern dabei spezifische, auf die jeweilige Textsorte abgestimmte Instrumentarien. In der Literaturwissenschaft wurden für die drei Großgattungen Lyrik, Drama, Erzählen jeweils eigene Analyse- und Beschreibungskategorien entwickelt. Im Seminar wird ein Überblick über die unterschiedlichen Beschreibungskategorien für die Analyse von lyrischen, dramatischen und erzählenden Texten in vergleichender Perspektive am Beispiel klassischer Texte der europäischen Literatur erarbeitet.

 

PrS Literaturwissenschaftliche Modelle und Methoden (BA Modul Grundbegriffe)  

A. Zehler

2-std., Fr, 12 - 14 Uhr, P 106

Beginn: 18. Oktober 2019

Literarische Texte können nach verschiedenen theoretischen Vorgaben und Methoden interpretiert und eingeordnet werden. Diese literaturwissenschaftlichen Methoden und ihr theoretischer Hintergrund (bspw. Hermeneutik, Rezeptionsästhetik, Formalismus, Psychoanalyse, Strukturalismus, Poststrukturalismus, Marxismus, Gender Studies, usw.) sollen im Seminar eingehend behandelt, erprobt und diskutiert werden. Dies geschieht anhand ausgewählter literarischer Beispieltexte, die von verschiedenen Theoretikern mit unterschiedlichen Methoden untersucht und interpretiert wurden. Ziel des Seminars ist eine gute Kenntnis der verschiedenen Untersuchungsmodelle sowie die Fähigkeit, ihre Anwendbarkeit kritisch einschätzen zu können.

 

PrS Lektürekurs (Europäische Klassiker) (BA Modul Internationalität)  

F. Zipfel

2-std., Di, 16 - 18 Uhr, P 207

Beginn: 15. Oktober 2019

Zum Studium der Komparatistik gehört eine möglichst breite Kenntnis der europäischen Weltliteratur, insbesondere ihrer kanonischen Texte. Ziel des Lektürekurses ist es, solche Klassiker der europäischen Weltliteratur intensiv zu lesen und sie insbesondere im Hinblick auf ihre intertextuellen Bezüge und Wirkungen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen einige ausgewählte Werke sämtlicher Gattungen und Epochen, die der Mainzer Leseliste für Komparatisten und Komparatistinnen entnommen wurden (vgl. Dieter Lamping; Frank Zipfel: Was sollen Komparatisten lesen?).
Folgende Texte werden in chronologischer Reihenfolge behandelt: Ovid: Metamorphosen; Shakespeare: Hamlet; Tirso de Molina: El burlador di Sevilla (Don Juan); Jean Racine: Phèdre (Phädra); D. Diderot: Jacques le fataliste et son maître (Jakob und sein Herr); C. Goldoni: Il servitore di due padroni (Der Diener zweier Herren); Emliy Brontë: Wuthering Heights (Sturmhöhe); H. Ibsen: Die Wildente; Anton Tschechow: Višnëvyj sad (Der Kirschgarten); V. Woolf: Orlando; S. Beckett: En attendant Godot (Warten auf Godot). Da während des Semesters die Zeit für die Lektüre längerer Texte knapp werden kann, sollten diese (zum Teil) bereits in den Semesterferien gelesen werden, vor allem Ovid, nach Möglichkeit auch Diderot, Brontë und Woolf.

 

SEMINARE

S "Grenzen der Literatur" (mediale, ästhetische, kulturelle Grenzfälle des Literarischen) (BA Modul Internationalität)

J. Heß

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, SB II 03 144

Beginn: 17. Oktober 2019

In den meisten Fällen beschäftigt sich die Literaturwissenschaft mit Texten, die mehr oder weniger eindeutig dem Feld (schöngeistiger) Literatur zuzuordnen sind. Sie befinden sich gleichsam im Zentrum dessen, was der qualitativ ausgerichtete Begriff „Literatur“ zu bezeichnen sucht. Seltener werden die nicht eindeutig dem Literarischen zuzuordnenden Texte an den „Rändern“ dieses Begriffs als Gegenstand gewählt. Eben diese Texte will das Seminar näher betrachten und auf diesem Weg das Verständnis nicht nur der Problematik des Literaturbegriffs selbst, sondern auch – sich sozusagen von außen nähernd – die Vorstellung des „Kerns“ des Begriffs Literatur schärfen.
Hierzu soll zunächst ein Überblick über verschiedene Konzeptionen des Literaturbegriffs gewonnen werden, um diese sodann an einigen Texten auf der Schwelle zur Literatur zu erproben. Dabei sollen Texte besprochen werden, deren Schwellencharakter sich aus ästhetischen (Grenze des künstlerisch Wertvollen), medialen (Grenze des Textlichen) aber auch kulturellen (Grenze des Gebrauchskontexts) Aspekten ergibt.
Lektüre-Empfehlung zum Einstieg: Weimar, Klaus: Literatur. In: Fricke, Harald u.a. (Hg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Bd. 2: H-O. Berlin, New York 2000. S. 443-448. Winko, Simone; Jannidis, Fotis; Lauer, Gerhard (Hgg.): Grenzen der Literatur. Zu Begriff und Phänomen des Literarischen. Berlin, New York 2009.

 

S Transkulturelle Poetiken (BA Modul Internationalität)

M. Kopf

2-std., Mo, 16 – 18 Uhr, P 109a

Beginn: 14. Oktober 2019

Transkulturationsprozesse sind für die europäische Literatur aufgrund einer sich verstärkenden außereuropäischen Migration eine aktuelle Herausforderung. Verstanden als eine Dynamisierung und eine wechselseitige Durchdringung der Kulturen (Kimmich; Schahadat 2012) fördert Transkulturalität die Bildung von Netzwerken, hybriden Formen und stellt essentialistische Kulturvorstellungen zunehmend in Frage. In Europa lebende Autor*innen antworten auf diese Situation allerdings nicht nur mit fiktionalen, sondern auch mit poetologischen Texten, in denen sie über Migrationsprozesse, Kulturaustausch, kulturelle Differenzen, Mehrsprachigkeit etc. reflektieren und sich um die Beschreibung einer bzw. ihrer transkulturellen Schreibweise als Konsequenz bemühen. Diese transkulturellen Poetiken sollen im Seminar vergleichend untersucht werden. Nach Einblicken in verschiedene Transkulturationstheorien und Klärung zentraler Begriffe werden im Seminar poetologische Texte u.a. von Ann Cotten, Yoko Tawada, Salman Rushdie, Ilija Trojanow, Rafik Schami, Feridun Zaimoglu diskutiert.

 

S Seminar zu historischen und theoretischen Aspekten der Literaturvermittlung (BA Modul Literaturvermittlung)

S. Seiler 

2-std., Mi, 14 – 16 Uhr, P 203

Beginn: 16. Oktober 2019

Das Seminar führt in die Theorie, Geschichte und Gegenwart der Literaturkritik ein und bereitet auf das praktische Seminar im Sommersemester vor. Dabei sollen einerseits zentrale Begriffe wie 'Kritik' oder 'Rezension' geklärt sowie auf die spezielle Rolle des literaturkritischen Essays eingegangen werden. Andererseits soll eine breite Auswahl an literaturkritischen Texten gelesen und analysiert werden, vom 18. Jahrhundert bis hin zu Sonderfällen wie etwa User-Rezensionen aus dem Internet.

 

S Deutschlandreisen: Internationale Reiseberichte im Vergleich (MA Modul Intertextualität und Vertiefung)

W.Eckel

2-std., Di, 16 – 18 Uhr, SB II 02-146

Beginn: 15. Oktober 2019

(zus. mit Dr. Sandra Vlasta, Marie-Sklodowska-Curie-Fellow)

Aus organisatorischen Gründen soll in Absprache mit den TeilnehmerInnen ein Teil der Veranstaltung vor der Weihnachtspause in Form zwei kleinerer Blockveranstaltungen an Samstagen stattfinden.

Berichte über Deutschlandreisen haben eine lange Tradition: Sowohl deutschsprachige Autoren wie Friedrich Nicolai, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky oder Wolfgang Büscher als auch fremdsprachige wie Casanova, Madame de Staël, Victor Hugo, Mary Shelley, Mark Twain, Simone de Beauvoir, Tania Blixen oder Cees Nooteboom haben ihre Reisen in und durch Deutschland beschrieben. Diese Berichte sind von unterschiedlichem Charakter, viele von ihnen haben eine starke politische Agenda bzw. widmen sich Fragen der Identitätsverhandlung. Das Seminar möchte die verschiedenen Blicke auf Deutschland – die deutschen und die ausländischen, die historisch entfernten und die zeitgenössischen – einander gegenüberstellen und miteinander vergleichen. Was wird wahrgenommen und einer genaueren Beschreibung für Wert befunden? Was erscheint als fremd, was als vertraut? Welche Rolle spielen mitgebrachte Bilder von Deutschland? Welche neuen Bilder werden konstruiert? Wie definieren sich die Reisenden selbst in Abgrenzung zu dem, was sie beschreiben? Dabei soll auch die Frage nach der Gattung „Reisebericht“ gestellt werden, ihre formalen und inhaltlichen Kennzeichen identifiziert und deren historische Veränderungen und sich möglicherweise wandelnde Funktion anhand der Texte besprochen werden.
Zur Diskussion stehen Texte von Heinrich Heine, Victor Hugo, Irina Liebmann, Thomas Rosenlöcher, Frances Milton Trollope, Mark Twain, Roger Willemsen u.a. Der endgültige Seminarplan wird in der 1. Sitzung zusammen mit den TeilnehmerInnen festgelegt. Eine anregende Auswahl von Auszügen aus historischen und zeitgenössischen Reiseberichten findet sich in der Anthologie von Rainer Wieland (Hg.), Das Buch der Deutschlandreisen: Von den alten Römern zu den Weltenbummlern unserer Zeit, Berlin: Propyläen, 2017
Zur eingehenderen Vorbereitung wird die Lektüre folgender Primärwerke empfohlen: Heinrich Heine, Die Harzreise (1826); Irina Liebmann, Letzten Sommer in Deutschland. Eine romantische Reise (1997);  Andrzej Stasiuk, Dojczland (2008)
Für erste Einblicke empfohlene Sekundärliteratur: Leslie Brückner / Christopher Meid / Christine Rühling (Hg.), Literarische Deutschlandreisen nach 1989. Berlin/Boston: Walter de Gruyter, 2014, Stephanie Schaefers, Unterwegs in der eigenen Fremde. Deutschlandreisen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, Münster: Monsenstein und Vannerdat, 2010;  Carl Thompson, Travel Writing. Milton Park: Routledge, 2011.

 

S Realistisches Erzählen (MA Modul Intertextualität und Vertiefung)

F. Zipfel

2-std., Do, 16 – 18 Uhr, P 6

Beginn: 17. Oktober 2019

Realistischen Erzählens ist das die narrative Literatur des 19. Jahrhunderts prägende Phänomen. Das gilt sowohl für den Kernzeitraum (ca. 1830 – ca. 1880) des Realismus wie auch für manche Texte des ersten und das letzten Drittels des Jahrhunderts. In allen großen europäischen Literaturen erscheinen paradigmatische Texte realistischen Erzählens. Gleichzeitig wird über Fragen der objektiven Darstellung der sozialen Wirklichkeit reflektiert und diskutiert. Im Seminar sollen anhand der Lektüre von literarischen und poetologischen Texten der französischen, englischen, russischen und deutschen Literatur die wichtigsten Merkmale realistischen Erzählens herausgearbeitet werden. Dabei geht es u.a. um den Vergleich zwischen ästhetischen Programmen und konkreter literarischer Praxis, um die Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Realismus-Konzepte in den verschiedenen Nationalliteraturen sowie um spezifische Themen realistischen Erzählens (wie z. B. gesellschaftliche Veränderungen, Geschlechterrollen, soziale Fragen, politische Kontexte).
Behandelt werden sollen u.a. Jane Austen: Mansfield Park; Charles Dickens: Hard Times; George Eliot: Middlemarch; Honoré de Balzac: Eugénie Grandet; Gustave Flaubert: Madame Bovary; Leo Tolstoi: Anna Karenina;Theodor Fontane: Effi Briest. Vorschläge zur Änderung bzw. Ergänzung der Lektüreliste können mir bis zum 12.7. unter fzipfel@uni-mainz.de zugesendet werden, ich werde sie dann gegebenenfalls noch ändern. Die Lektüre von mehreren Texten vor Beginn des Seminars ist zur besseren Bewältigung des erhöhten Lesepensums sehr zu empfehlen.

 

S Literatur und kollektive Identität: Das Beispiel von Harlem Renaissance und Négritude-Bewegung (MA Modul Interkulturalität und Vertiefung)

W. Eckel

2-std., Mi, 10 – 12, BKM 008 SR 06

Beginn: 16. Oktober 2019

Ein begabter Schwarzer, der einfach nur versuche, ein Dichter zu sein, verfolge unbewusst den Wunsch, wie ein weißer Dichter, ja ein Weißer sein; es komme aber darauf an, ein schwarzer Dichter („a Negro poet“) zu sein – so Langston Hughes, eine der wichtigsten Stimmen der sog. Harlem Renaissance in „The Negro Artist and the Racial Mountain“ (1926), einem Artikel, der zu so etwas wie dem Manifest der afroamerikanischen Aufbruchsbewegung geworden ist. Gerade durch das Medium von Literatur und Kunst suchte die Bewegung den Schwarzen in den USA ein Bewusstsein ihrer eigenen Identität zu verleihen, der nicht zuletzt im politischen Kampf um Emanzipation und soziale Gleichberechtigung eine wichtige Rolle zukam. Das Kernanliegen teilt die Harlem Renaissance mit der wenig später im französischen Sprachraum einsetzenden Négritude-Bewegung, die von ihr in mancher Hinsicht beeinflusst ist. Aimé Césaire, neben Leopold Sedar Senghor und Léon-Gontran Damas einer der Wortführer, definiert die Négritude im Rückblick als „recherche de notre identité“ und als „la saisie par nous-mêmes de notre passé et, à travers la poésie, à travers l’imaginaire, à travers le roman, à travers les œuvres d’art, la fulguration intermittente de notre possible avenir“ („Discours sur la négritude“, 1987).
Das Seminar möchte die beiden Bewegungen mit ihren Hauptvertretern anhand wichtiger literarischer und theoretischer Texte vorstellen. Auf welche Weise genau soll die Literatur zur Ausbildung einer kollektiven Identität beitragen? Welche Rolle spielen dabei historische oder mythologische Inhalte, welche Funktion haben bestimmte Formen und die verwendete Sprache? Wie essentialistisch/ wie konstruktivistisch wird die kollektive Identität gedacht? Welche Bewertung erfahren kulturelle Hybridisierungen, etwa durch Übernahme und Anverwandlung europäischer Formen und Inhalte? Inwiefern gibt es Parallelen zur Idee der Nationalliteratur?
Zur Diskussion stehen Texte von Langston Hughes, Claude MacKay, Zora Neale Hurston, Nella Larsen, Countee Cullen, Alain Leroy Locke, W.E.B. Du Bois, Aimé Césaire, Leopold Sedar Senghor, Léon-Gontran Damas, Birago Diop, Jean-Paul Sartre u.a. Zur Einführung können zwei wichtige Anthologien von Akteuren der Bewegungen selbst dienen: Alain Leroy Locke (Hg.), The New Negro. An Interpretation (1925); Leopold Sedar Senghor (Hg.), Anthologie de la nouvelle poésie nègre et malgache de langue française, précédée de „Ophée noir“ par Jean-Paul Sartre (1948)
Forschung: Edward Oben Ako, The Harlem Renaissance and the Negritude Movement: Literary Relations and Influences, Ann Arbor, Mich.: Univ. Microfilms Internat., 1983; Sylvia Washington Ba, The Concept of Negritude in the Poemes of Leopold Sedar Senghor, Princeton: Princeton University Press, 2015; George Hutchinson (Hg.), The Cambridge Companion to the Harlem Renaissance, Cambridge [u.a.]: Cambridge Univ. Press, 2007; Chidi Ikonné, Links and Bridges: A Comparative Study of the Writings of the New Negro and Negritude Movements, Ibadan: Univ. Press, 2005; Shireen K. Lewis, Race, Culture, and Identity. Francophone West African and Caribbean literature and theory from Négritude to Créolité, Lanham, Md. [u.a.]: Lexington Books, 2006; Cheryl A. Wall, The Harlem Renaissance: A Very Short Introduction, New York: Oxford Univ. Press, 2016.

 

S Fake News? Autorfiktionen und Mockumentaries.. (MA Modul Intermedialität und Vertiefung)

S. Seiler

2-std., Do, 10 – 12 Uhr, P 201

Beginn: 17. Oktober 2019

Die zentrale Fragestellung im Seminar soll lauten: Ab wann ist ein Roman oder ein Film als fiktional zu bezeichnen, auch wenn der Produktionsprozess – der Fragen um Autorschaft oder der akkuraten Darstellung historischer Ereignisse impliziert – vorgibt, dass der Rezipient mit einer „objektiven“ Realität konfrontiert wird?
Im Film hat das Mockumentary eine prominente Tradition als fiktiver Dokumentarfilm, ist in den meisten Fällen jedoch mehr oder weniger deutlich als ‚Fake‘ markiert – manchmal aber auch nicht. Woody Allens Zelig oder Rob Reiners This Is The Spinal Tap sind fiktionale Dokumentarfilme, die mit dem Genre spielen, somit als Satire fungieren, in Bezug auf ihren Produktions- und Vermarktungsprozess jedoch transparent sind. Es gibt aber Grenzfälle, und genau diese sollen in besonderem Maße beachtet werden, so etwa Andrew Jareckis Capturing The Friedmanns, der ein ernstes Thema auf eine manipulative Weise behandelt und den Zuschauer zunächst mehrfach seine Sympathien wechseln lässt und ihn dann zwangsläufig seine Authentizität anzweifeln lässt.
Auch in der Literatur gibt es verschiedene Fälle, die über die Frage des autobiographischen Erzählens hinausgehen. Wie zum Beispiel ist ein viel beachteter „autobiographischer“ Roman wie JT Leroys Sarah zu bewerten, wenn sich Jahre später herausstellt, dass der Autor und seine aufsehenerregende Biographie eine am Reißbrett entworfene Fiktion waren? Und wie lassen sich Texte analysieren, die diese Fiktion von Anfang an als Möglichkeit implizieren? In diesem Rahmen sind schließlich auch intermediale Fragestellungen von Interesse: Auf welche Weise sind die Rezeptionsbedingungen bei Literatur und Film hier anders zu bewerten und warum? Und nicht zuletzt: Welche Zukunft haben solche Kunstwerke in einer Zeit, in der ‚Fake News‘ zunehmend unsere Wahrnehmung von Realität gefährden?
Eine vorläufige Literatur- und Filmliste wird Anfang der vorlesungsfreien Zeit via Jogustine verteilt werden, Vorschläge sind sehr willkommen!